Matsuyama Oberbürgermeister Katsuhito Noshi

„Baseball-Dancing“ mit Salomon

Matsuyamas Oberbürgermeister Katsuhito Noshi ist ein großer Freund badischer Lebenskultur

Ständige Kontakte zwischen der „Stadt am Kiefernberg“, wie Matsuyama auf japanisch heißt, und Freiburg gab es bereits seit Beginn der 60er-Jahre. Doch dauerte es bis Oktober 1988, ehe eine 80-köpfige japanische Delegation zur Unterzeichnung der Städtepartnerschaft nach Freiburg kam. Trotz der weiten Entfernung gilt die Beziehung zwischen Freiburg und Matsuyama als eine der intensivsten, wovon zahlreiche Besuche zeugen. Vom Schlossberg Matsuyamas mit seinem herrlichen Park kann man bei gutem Wetter bis zur japanischen Hauptinsel Honshu sehen. Matsu-yama, das am traditionsreichen buddhistischen Shikoku-Pilgerweg liegt, hat 520.000 Einwohner.


Katsuhito Noshi ist seit Ende 2010 Oberbürgermeister von Matsuyama. Der 49-jährige, ehemalige Radiomoderator Noshi war seitdem schon mehrfach zu Besuch in Freiburg und liebt die Stadt. 


SK: Welche Vorteile bringt die Städtepartnerschaft für die Beteiligten?


Noshi: Freiburg ist ein sehr wichtiger Partner für Matsuyama. Wir haben einiges über Umwelt von Freiburg gelernt, da es ja eine sehr grüne Stadt ist. In Japan haben wir knapp 1.700 Gemeinden, doch wir sind die einzigen, die den Fokus auf Nachhaltigkeit gelegt haben — fast so wie Freiburg selbst. Die Zusammenarbeit fruchtet also. 


SK: Eine solche Partnerschaft lebt ja auch von symbolischen Akten...


Noshi: Natürlich. Wir haben zwei Burgen in Matsuyama. Die eine trägt den Namen Matsuyama-Burg, die andere Freiburg-Burg. Auch eine Freiburg-Straße ist in Matsuyama vorhanden. Es war eine Überraschung für die Freiburger Delegation, dass wir so ein Zeichen setzten. 


SK: Was für Begegnungen zwischen der Bevölkerung der beiden Städte gab es bereits?


Noshi: Freiburg spielt erfolgreich Fußball. Auch wir haben eine Fußball-Mannschaft, den Zweitligisten „Ehime FC". Dessen Mitglieder haben Deutschland besucht und konnten sich mit dem SC über sportliche Themen austauschen. Auch einen musikalischen Austausch hat es gegeben: Unser Bachchor hatte ebenfalls die Ehre, Freiburg zu besuchen. Ein gutes Beispiel ist auch der Gartenaustausch. Ich freue mich sehr, dass es in Freiburg einen japanischen Garten gibt. Einen Teil unseres japanischen Gartens in Matsuyama haben wir in „Freiburg-Garten“ umbenannt — als Zeichen der großen Wertschätzung. 


SK: Hatten Sie selbst ein besonderes Erlebnis in dieser Partnerschaft?


Noshi: Durchaus. Als ich einmal Freiburg besuchte und mit Oberbürgermeister Dieter Salomon essen ging, wurde ich von der deutschen Esskultur überwältigt. Eine leckere Küche mit gutem Wein zu genießen, ist unvergesslich. Eine andere Geschichte zu Freiburg ist, als Dieter Salomon Matsuyama besucht hat: Wir gingen gemeinsam hoch zur Matsuyama-Burg; zu dieser Zeit fand ein Festival dort oben statt. Wir beiden wurden gezwungen, das Spiel „Baseball-Dancing" zu spielen. Eine Herausforderung, gemeinsam vor so vielen Menschen aufzutreten...
Die schöne Aussicht von der Burg hat Dieter Salomon nicht mehr vergessen, hat er mir berichtet. Ich bin sicher, dass wir beide eine tiefe Bindung zueinander haben. Ich möchte ihn unbedingt bald wieder treffen. 


SK: Haben Sie eine persönliche Nachricht für die Freiburger?


Noshi: Wir haben vieles gemeinsam. Wir sind beide eine Touristenstadt, haben beide Straßenbahnen. Wir haben eine lange, gute Partnerschaft. Ich würde mich sehr freuen, weiterhin viele Freiburger in Matsuyama willkommen heißen zu dürfen — und umgekehrt.

Mit Katsuhito Noshi
sprach Bülent Gençdemir

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