Als die Sonne vom Himmel fiel

Das große Schweigen

Der Dokumentarfilm „Als die Sonne vom Himmel fiel“ feiert Premiere im Friedrichsbau

Den Dokumentarfilm „Als die Sonne vom Himmel fiel“ gibt es am Sonntag, 10. September, um 19 Uhr im Friedrichsbau zu sehen. Im Anschluss an die Filmvorführung folgt eine Diskussion mit der Regisseurin Aya Domenig, die am Sonntag anwesend sein wird.

Auf den Spuren ihres verstorbenen Großvaters, der nach dem Abwurf der Atombombe 1945 als junger Arzt im Rotkreuzspital von Hiroshima gearbeitet hat, begegnet die Regisseurin einem ehemaligen Arzt und einer Krankenschwester, die Ähnliches erlebt haben wie er. Zeit seines Lebens hat ihr Großvater nie über seine Erfahrungen gesprochen, doch durch die große Offenheit ihrer Protagonisten kommt sie ihm näher.
Als sich am 11. März 2011 in Fukushima eine neue Atomkatastrophe ereignet, nimmt ihre Suche eine neue Wendung. Die Protagonisten treten seit ihrer einschneidenden Erfahrungen im atomar verwüsteten Hiroshima unermüdlich gegen das gesellschaftliche Schweigen an, das bis heute über die wahren gesundheitlichen und sozialen Auswirkungen der Atombombenabwürfe herrscht. Damit sprechen sie einen verdrängten Aspekt der Vergangenheit an, der nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf schmerzliche Weise wieder ins Bewusstsein der Japaner dringt...
Die schweizerisch-japanische Regisseurin Aya Domenig ist 1972 in Japan geboren. 1992 bis 2000 studierte Aya Domenig Ethnologie, Filmwissenschaft und Japanologie an der Universität Zürich. Sie spezialisierte sich auf das Teilgebiet Visuelle Anthropologie und begann während ihres Studienaufenthalts an der Hitotsubashi Universität in Tokyo (1997) mit der Arbeit an ihrem ersten Dokumentarfilm „Oyakata“ („Der Lehrmeister“). Mit diesem Film schloss sie drei Jahre später ihr Studium ab. Von 2001 bis 2005 studierte Aya Domenig Filmregie an der Zürcher Hochschule der Künste. Ihr Diplomfilm „Haru Ichiban“ („Frühlingssturm“) wurde an wichtigen internationalen Filmfestivals wie Locarno und Clermont-Ferrand aufgeführt. „Als die Sonne vom Himmel fiel“ feierte seine Weltpremiere am 68. Internationalen Filmfestival Locarno.

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