Bülent Gençdemir Padova

Das Lebensgefühl aufgesogen

Folge 7:

Stadtkurier-Redakteur Bülent Gençdemir zu Besuch in der italienischen Partnerstadt Padua

Diesmal stand auf der Agenda meines Unternehmens Südfilm die Partnerstadt Padua in Italien zu erkunden. Jetzt sollte alles anders werden: Kein Zeitdruck wegen der wartenden Airline, keine gewichtsbedingte Abgabe der Koffer mit dem Filmequipment. Das italienischen Padua trennt uns ganze 600 Kilometer. Ein Grund, mit dem Auto zu fahren. 

Durch die schöne Schweiz und den Gotthard-Tunnel ging es relativ zügig in das italienische Flair. Die Sonne brannte heißer als zuhause. Schon bei meiner Ankunft standen bereits Dreharbeiten in der wunderschönen Provinz Veneto an. Ich drehte mit der Kamera wie gewohnt die schönsten Locations der Stadt - vom Boden wie aus der Luft - wo einst Tom Hanks und Ron Howard für den amerikanischen Thriller „Inferno“ unterwegs waren. Die kleine Altstadt Paduas ist bereits von Hollywood vorgeprägt. Ein Grund mehr, hier zu drehen, denn das Verständnis ist gegeben.
Ich drehte an Orten wie der Basilika des Heiligen Antonius und der Santa Giustina, am Prato della Valla, auf dem sich ein riesiger Markt breit gemacht hatte, und natürlich am botanischen Garten. Hierbei bemerkte ich die Liebe der Italiener zum Detail: Hier wird die Zeit der Antike geschätzt und aufrecht erhalten. Es ist ein Gut, welches die Italiener in ihrer Geschichte prägt und wahrlich auch ausmacht.
Die Mentalität der Menschen vor Ort faszinierte mich wieder einmal. An jeder Straßenecke und den dort ansäßigen Cafés traf man die temperamentvollen Italiener gestikulierend und sich lautstark unterhaltend an. Die Kontraste sind nahe beieinander - die innere Ruhe und die lautstarke Unterhaltung verwoben sich in ihre Kultur. Zuhause in Freiburg wäre so etwas kaum möglich. Italien ist uns da meines Erachtens einen großen Schritt voraus.
Ein starkes Interesse hatte ich bereits bei meiner Ankunft in dieser wunderschönen Stadt - nämlich eine originale Pizza zu probieren... Doch das, was ich bekam, war keine normale Pizza, es war eine Explosion im Gaumen! Diese paduanische Pizza hatte mit der Pizza aus Deutschland nichts gemein, noch nicht einmal die Form... An dieser unproportionierten Runden Teigware war alles perfekt.
Auch die Straßen und Plätze Paduas begeisterten mit ihrem Flair: Es roch nach Meer, nach frischem Obst und Gemüse, nach Gewürzen verschiedenster Herkunft der Halbinsel. Mittags jedoch, auch daran musste ich mich erst wieder einmal gewöhnen, ist es einem bekanntermaßen unmöglich, einzukaufen oder etwas zu trinken zu bestellen: Da ist schließlich Siesta angesagt.
Was anfangs bei mir auf typisch deutsches Unbehagen stieß, wurde jedoch schnell übernommen. Nach dem Motto: In der Ruhe liegt die Kraft. Schnell habe ich gemerkt, man kann es gut hinnehmen, in den Tagesablauf integrieren. Bella Italia.
Bülent Gençdemir

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