OB Wahl

Das Rennen ums Rathaus

Die OB-Kandidaten stehen in den Startlöchern

Es gibt eine echte Wahl bei der Wahl: Inzwischen sechs Kandidaten haben angekündigt, am 22. April zum ersten Wahlgang um den Freiburger Oberbürgermeister anzutreten. Neben dem Amtsinhaber Dieter Salomon und der Stadträtin der „Grünen Alternative Freiburg“, Monika Stein, erklärte sich am Dienstag auch der parteilose Martin Horn, der von der SPD unterstützt wird. Der 33-Jährige möchte die Kenntnisse aus seiner Arbeit als Europa- und Entwicklungskoordinator in Sindelfingen sowie im Europarat in Straßburg einbringen.
„Mir ist es wichtig, Brücken zu bauen und keine neuen Gräben aufzureißen”, betont Horn, der als Sohn eines evangelischen Pfarrers in der Pfalz geboren und aufgewachsen ist. Zentrale Themen sind für Horn bezahlbarer Wohnraum und ausreichend Kitaplätze. „Als junger Familienvater sind mir viele aktuelle Themen und Herausforderungen sehr nah. Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum muss ein Kernpunkt der Politik in den kommenden Jahren werden, deutlich stärker als bisher.“
„Eine Wahl lebt auch von der Auswahl“, betonte die SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Buchen am Dienstag bei der offiziellen Vorstellung des Kandidaten. „Wir haben lange und intensiv gesucht. Mit dieser Kandidatur zeigen wir, dass es uns ernst ist. Eine echte Alternative, die Konkurrenz machen kann“, ergänzt der SPD-Kreisvorsitzende Julien Bender.
Die Kandidatur ist Martin Horns erster Wahlkampf um einen Bürgermeisterposten. Er suche den aktiven Bürgerdialog und Gespräche mit anderen Fraktionen. „Es ist eine Stilfrage. Das Gemeinsame ist in den letzten Jahren zu kurz gekommen“, so Horn.
Die CDU wird keinen eigenen Kandidaten für die Freiburger OB-Wahl aufstellen. Zwar halte es die Partei aus ihrem Demokratieverständnis heraus für „geboten, einen ernsthaften Gegenkandidaten gegen den Amtsinhaber ins Rennen zu schicken“, teilte der CDU-Kreisverband mit. Keiner der angesprochenen Kandidaten habe aber eine klare Wechselstimmung feststellen können. „Deshalb scheuten die Angesprochenen teilweise wegen ihrer aktuellen beruflichen Situation eine entsprechende Kandidatur.“ Außerdem habe die CDU Freiburg ihren möglichen Kandidaten am Ende nicht dem Risiko hoher Wahlkampfkosten aussetzen wollen. Die Christdemokraten hatten bereits 2010 auf einen eigenen OB-Kandidaten verzichtet.
Die Erklärung der CDU, man habe keine Wechselstimmung in Freiburg feststellen können, stößt auf den Widerspruch von Stephan Wermter, der als unabhängiger Kandidat antreten möchte. Diese Stimmung gebe es sehr wohl. „Wir wollen diesen Wechsel schaffen und Freiburg Stück für Stück wieder aufwerten und sicherer machen“, so der 57-jährige Wermter, der bereits vor Wochen seine Kandidatur angekündigt hatte.
Letzteres gilt auch für Manfred Kröber (37), der am kommenden Montag im Rahmen einer Pressekonferenz sein Wahlprogramm vorstellen möchte. Kröber ist wie Amtsinhaber Dieter Salomon Mitglied der Grünen, wird aber nicht von seiner Partei unterstützt.
Mit Jürgen Matuttis hatte ein weiterer parteiloser Bewerber seine Kandidatur zum OB angekündigt — immer vorausgesetzt, die potenziellen Kandidaten können die notwendigen 250 Unterstützungsunterschriften aufbringen.
Erreicht einer der Kandidaten am 22. April mindestens 50 Prozent, ist er oder sie für acht Jahre zum Oberbürgermeister Freiburgs gewählt. Für den Fall, dass im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erzielt, wird am 6. Mai noch einmal abgestimmt. Dann gewinnt schlicht, wer die meisten Stimmen auf sich vereint. Antreten können theoretisch dann wieder alle Kandidaten — und sogar mögliche neue...


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