Denk ich an Europa.......Prof. Dr. Dr. h. c.Lars P. Feld

Prof. Dr. Dr. h. c.Lars P. Feld
Professor für Wirtschaftspolitik
und Ordnungsökonomik an der Albert-
Ludwigs-Universität und Walter Eucken Institut

Die europäische Integration
begann als Friedensprojekt.
Von Europa sollte kein Krieg
mehr ausgehen. Dieses
Narrativ hat weiterhin
Bestand, bedarf aber der
Aktualisierung. Kritiker behaupten
nämlich, dass
aktuelle Auseinandersetzungen
zwischen Europäern
im Zuge von Schulden- und
Migrationskrise Besorgnis
erregten.
Hinter den Problemen der
Schuldenkrise stecken viele
Ursachen, nicht zuletzt die
Finanzkrise. Heute erkennen
die Bevölkerungen der Programmländer
mehrheitlich
an, dass ihre Mitgliedschaft in
der EU eher von Vorteil für die
Bewältigung der Krise war.
Die Rahmenbedingungen der
Währungsunion müssen so
ausgestaltet sein, dass die
Mitgliedstaaten durch eine
bessere Wirtschafts- und Finanzpolitik
aus eigener Kraft
dafür sorgen, in Zukunft nicht
mehr auf die Hilfe anderer
Mitgliedstaaten angewiesen
zu sein.

Die Migrationskrise hat hingegen
aufgedeckt, dass nur
mehr Europa in der heutigen
globalisierten Welt weiterhilft.
Die EU benötigt zukünftig
eine stärkere gemeinsame
Sicherheitspolitik in
den Bereichen Verteidigung,
Innere Sicherheit und Schutz
der Außengrenzen. Dies ist in
erster Linie eine Frage der
Kompetenzzuordnung, allenfalls
in zweiter Linie braucht
es dafür mehr Geld.
Gerade durch die erfolgreiche
Krisenbewältigung zeigt sich
das Wohlstandsversprechen
der EU – ohne die Illusion
einfacher Lösungen, dafür
auf Basis eines tragfähigen
Gerüsts.

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