Neues Rathaus im Stühlinger

"Ein Rathaus der kurzen Wege"

Neues modernes Bürgerservicezentrum im Stühlinger öffnet seine Pforten

Hell, offen, freundlich, großzügig: Das neue Bürgerservicezentrum im Rathaus im Stühlinger erinnert so gar nicht mehr an das gängige Bild einer „Behörde“ oder eines „Amtes“. Jetzt, nach rund drei Jahren Bauzeit, ist auch das Erdge- schoss des Rathauses an der Fehrenbachallee fertig. Die rund 600 städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der technischen Ämter auf den Obergeschossen waren schon Ende Juli in den ovalen Neubau eingezogen, nun kommen noch einmal rund 240 Personen vom Bürgerservice, vom Amt für öffentliche Ordnung, vom Gemeindevollzugsdienst, der Kantine und vom Informationsmanagement dazu. Und somit kann auch das Herzstück des von Ingenhoven Architects entworfenen Hauses geöffnet werden, das Bürgerservicezentrum (BSZ). 

Dieses moderne Dienstleistungszentrum unter zwei lichten Kuppeln im Erdgeschoss beherbergt ab 21. November sämtliche Serviceleistungen aus der Basler Straße 2. Im Schnitt werden dort täglich 55 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amt für Bürgerservice und des Amts für öffentliche Ordnung für den Bürgerservice zur Verfügung stehen. Das Bürgerservicezentrum rechnet mit bis zu 1000 Kundinnen und Kunden täglich und mit mehr als 230 000 im Jahr. OB Salomon betont, dass mit dem Projekt die Stadt- verwaltung nicht nur ein modernes Haus gebaut habe, sondern auch eine moderne Verwaltungs-Infrastruktur aufbaue: „Wir haben jetzt ein Rathaus der kurzen Wege mit mehr Service unter einem Dach. Das Rathaus rückt jetzt näher an die Bürgerinnen und Bürger.“ Der Bau des neuen Rathauses ist jedoch nicht nur ein Bauprojekt, sondern vor allem auch ein komplexes Organisationsprojekt mit Auswirkungen in allen Bereichen der Verwaltung: Neue Büroformen, ein neues Registraturwesen und neue Formen der Zusammenarbeit der Ämter im Neubau werden die Verwaltung entscheidend verändern. Betritt man das Erdgeschoss über den Haupteingang des Neubaus, wartet gegenüber die kreisrunde Empfangs- und Informationsinsel mit 16 Kontaktschaltern. Dort können viele Anliegen wie das Abholen eines Personalausweises, die Beantragung eines Führungszeugnisses oder die Ausstellung einer Meldebescheinigung direkt erledigt werden. Für alles, was länger als fünf Minuten dauert, sind drei Service- Beratungsinseln zuständig, für die man Wartemarken ziehen kann. Die internen Abläufe wurden durch die neue räumliche Situation so optimiert, dass möglichst viel aus einer Hand erledigt werden kann – oder Wege und Wartezeiten von „Hand zu Hand“ möglich sind. Neben der transparenten Kuppel ist ein weiteres optisches Highlight des Erdgeschosses das an einer 47 Meter langen und vier Meter hohen Wand gehängte Kunstwerk „Limon“ Schirin Kretschmanns. Sie hat die leuch- tend gelbe Kunstwand in einem monatelangen Arbeitsprozess in der Mayer’schen Hofkunstanstalt in München, einem Tradi- tionsunternehmen für Glasgestaltung und Mosaik, hergestellt. Neben Kantine und Konferenzzentrum der Verwaltung sind im Erdgeschoss auch Räume für bürgerschaftliches Engage- ment, die der Bürgerverein Stühlinger verwaltet. Das Rathaus im Stühlinger ist wegen der höchsten Umwelt- und Energiestandards auch ein Statement für den Klimaschutz: Das Plusenergiehaus erzeugt mehr Energie über re- generative Quellen als es für Heizen, Kühlen, Lüften und Be- leuchten benötigt und deckt damit seinen Energiebedarf selber. Rund 800 Solarpaneele an der Fassade und auf dem Dach produzieren Strom, überschüssige Energie wird ins Netz eingespeist. Aufgrund der cleveren Konstruktion reicht für die Heizung des sechsgeschossigen Gebäudes eine Niedertemperaturanlage mit Grundwassernutzung und Wärmepumpe aus. Für die Kühlung kommt ein Hochtemperaturkühlsystem mit Platten- wärmetauschern zum Einsatz. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduziert den Energiebedarf zusätzlich. Aufgrund des innovativen Charakters wird das Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Gemeinsam mit der Stadt Freiburg und dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE werden im Rahmen eines Forschungsprojekts die tatsächlichen Energieverbräuche und die tatsächliche Energieproduktion während der ersten beiden Betriebsjahre gemessen und bewertet und außerdem geprüft, wie das Gebäude mit dem Stromnetz interagiert. Baubürgermeister Martin Haag hob zur Eröffnung den innovativen Charakter des Neubaus hervor: „Das neue Rathaus verbindet architektonische, funktionale und städtebauliche Quali- tät mit einem nachhaltigen Gebäudekonzept.“ Dass so viele Mitarbeitende zentral unter einem Dach auf insgesamt 24 000 qm2 Bruttogeschossfläche arbeiten, ist ebenso einmalig für die Freiburger Stadtverwaltung. Bislang waren sie auf verschiedene Standorte verteilt, wodurch hohe Miet-, Sanierungs- und Energiekosten angefallen waren. Die Zu- sammenlegung der Ämter und Dienststellen in einem Neubau erwies sich auf Dauer wirtschaftlicher als die Fortführung des Status Quo. Der Gemeinderat genehmigte das Projekt mit Kosten von 78,3 Millionen Euro. Um Mehrkosten vor allem durch die Bauzeitverzögerungen vorfinanzieren zu können, hat der Gemeinderat dieses Budget auf rund 86 Mio. Euro erhöht. Die Konzentration der Ämter an der Fehrenbachallee sieht in der Folge noch zwei weitere Bauabschnitte vor. Derzeit arbeitet die Verwaltung an dem Flächen- und Funktionsprogramm und nächstes Jahr folgt die Entwurfsplanung für den zweiten Bauabschnitt, der etwa genauso groß sein wird wie der erste. Das zweite Gebäude soll dann Anfang 2024 fertig sein. Ob der dritte Bauabschnitt Realität wird, muss der Gemeinderat noch entscheiden.


(Infos: Pressereferat Stadt Freiburg)

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