Lviv Partnerstädte Freiburg Bülent Gencdemir

„Eine beeindruckende Stadt“

Stadtkurier-Redakteur Bülent Gençdemir zu Besuch in der Partnerstadt Lviv – diesmal in hochrangiger Begleitung

Diesmal ist alles anders. Normalerweise bei meinen Partnerstadt-Reisen bis auf mein Team vor Ort auf mich allein gestellt, war ich bei meiner Reise nach Lviv einfach Mitläufer. Denn die Freiburger Delegation war mit mir gemeinsam nach Lviv gereist. Mit an Bord waren Gemeinderatsmitglieder, Verwaltungsangestellte der Stadt, der künftige Intendant unseres Theaters und der Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon persönlich. So weit, so gut! Ich bin ja anpassungsfähig... 

Vor Ort wartete allerdings diesmal kein einheimisches Team auf mich, das mit mir exklusiv unterwegs war, sondern hier unterstützte mich freundlicherweise die Delegation. Jeder hatte mal eine Hand frei, half beim Tragen und sogar beim Dreh selbst. Geschlossen in der Gruppe gingen wir drei Tage lang durch die wunderschöne Stadt Lviv.
OB Dieter Salomon war persönlich nach Lviv gereist, um für die Stadt eine weitere Vereinbarung zu unterzeichnen, die für Nachhaltigkeit beim Wohnungsbau sorgen soll. An diesem Tag war die gesamte Presse der Stadt anwesend, so dass ich mit meiner Kamera unterging. Auch nicht schlimm...
Dennoch hatte ich Möglichkeiten, Impressionen der Stadt einzufangen. Auf der 65 Meter hohen Aussichtsplattform des Rathausturms lag mir die Stadt zu Füßen. So weit das Auge reichte, konnte man die Schönheit der ukrainischen Architektur und die Wälder filmen. Toll!
Während unsere Tour durch die Innenstadt faszinierten mich die Menschen. Fast jeder war chic gekleidet, als wären sie alle unterwegs zu einer Hochzeit. Zumindest in Deutschland würden wir uns erst in Anzügen, Smokings und Abendkleider pressen, wenn es auch thematisch passt. Nicht in Lviv. Hier legt man und frau wert auf das Äußere, was sehr imponiert, meines Erachtens nach aber ziemlich anstrengend und zeitaufwändig sein muss.
Fünf unterschiedliche Kirchen prägen das neue Lviver Wappen. Hier hat Glaubensfreiheit und Toleranz höchste Priorität. Hier gilt: Jedem das Seine - und das ist auch gut so.
Wir waren geschlossen mit dem Bus unterwegs, um der Eröffnung einer Location beizuwohnen. Als wir ankamen, schallte bereits moderne Musik bis in das Fahrzeug. Die Spannung war groß. Und tatsächlich, wir waren – so habe ich es zumindest empfunden – bei den Reichen und Schönen der Stadt. Die Besucher in Scharen glichen einer Oscarverleihung in Hollywood. Ich fühlte mich mit meiner Jeans und dem bereits verschwitzten T-Shirt reichlich unpassend gekleidet. Hier hingegen triumphierte Glamour pur. Es gab eine Sponsorenwand für die Stars und Sternchen, aufwändige Stände für den kleinen Hunger, einen riesigen Pool (oder waren es gar zwei?), eine Showbühne mit Musik vom Feinsten. Hier tummelte sich das Tête-à-Tête der Lvivianer. Wie bereits gesagt: Mode spielt hier in Lviv eine beachtliche Rolle und genauso groß wird sie in die Öffentlichkeit getragen. Ein kleiner Trost blieb mir in dieser beeindruckenden Stadt: Auch wenn ich mit meinen Jeans und T-Shirt nicht gerade passend war, so bin ich doch

immerhin am Meisten aufgefallen... Bülent Gençdemir

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