Erschwerter Prozess

Gerichtsverhandlung zur Gruppenvergewaltigung in Paulussaal verlegt

Mitte März wurde der Gerichtsprozess zur Gruppenvergewaltigung einer damals 18-Jährigen in der Hans- Bunte-Straße im Oktober 2018 wegen Corona unterbrochen. Einige Prozessbeteiligte befanden sich zur damaligen Zeit in Quarantäne. Der Prozess, der seit Juni 2019 läuft, wurde nun am Dienstag (12. Mai) und am gestrigen Mittwoch fortgesetzt, aber noch nicht abgeschlossen. Bereits im November letzten Jahres war der Prozess verlängert worden. Grund dafür war die umfangreiche Beweisaufnahme, die der Fall mit sich brachte. Angeklagt sind insgesamt elf Männer zwischen 18 und 30 Jahren wegen Vergewaltigung oder unterlassener Hilfeleistung — die meisten sind Syrer. Alle bestreiten die Tat oder sagen nicht aus. Zwei der Beschuldigten, die aussagten, sprachen von Einvernehmlichkeit. Das Gutachten, das angefertigt wurde, stützt jedoch die Aussage der 18- Jährigen. Sie soll im Laufe des Abends eine Ecstasy-Pille eingenommen haben, deren Wirkung durch Alkoholkonsum verstärkt und beschleunigt wurde, weshalb das Opfer während der Tat nur zeitweise bei Bewusstsein und nicht fähig war, sich zu wehren oder um Hilfe zu rufen. Auch der Verdacht auf K.O.- Tropfen kam in dem Fall immer wieder auf, konnte allerdings bis jetzt noch nicht bestätigt werden. Aufgrund der coronabedingten Hygieneverordnungen konnte die Gerichtsverhandlung nicht im Justizgebäude stattfinden und wurde im Freiburger Paulussaal, der groß genug ist, dass die Mindestabstände zwischen allen Prozessbeteiligten eingehalten werden können, fortgesetzt. Am Eingang waren Desinfektionsspender aufgestellt, der Mund- Nasen-Schutz durfte im Saal abgelegt werden, als alle ihre Plätze eingenommen hatten. Sieben der insgesamt elf Angeklagten sitzen noch in Untersuchungshaft, vier von ihnen sind auf freiem Fuß. Nach Ende des gestrigen Verhandlungstages war klar: Das Opfer soll erneut — unter Ausschluss der Öffentlichkeit — aussagen. Die 18- Jährige soll über Video dem Gericht zugeschaltet werden und Aussagen zu ihrer momentanen Situation und zu den Folgen, die die Tat für sie hat, machen, entschied der Vorsitzende Richter. Geplant ist diese Aussage für den 24. Juni. Das Opfer hatte bereits im Juli letzten Jahres unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor Gericht ausgesagt. Ein psychiatrischer Gutachter war gestern in den Paulussaal geladen. Er hat fünf der elf Beschuldigten untersucht. Sie äußerten sich vor ihm zu ihrer Person, manche auch zu den Tatvorwürfen. Auch der Gutachter sagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus — auf Wunsch der Angeklagten. Die beiden Gerichtstermine im Mai waren vorerst die letzten für diesen Monat. Der Prozess soll Anfang Juni wieder fortgesetzt werden. Mit einem Urteil wird Ende Juli gerechnet

0 0
Feed