Erstes Spiel in der 2. Liga

Kribbeln vor dem ersten Bundesliga-Spiel der Red Sparrows

Fast vier Monate Vorbereitung liegen hinter den Red Sparrows der HSG Freiburg. Vier schweißtreibende, anstrengende Monate, um sich fit zu machen für das Abenteuer 2. Handball Bundesliga, das nun in den
Startlöchern steht. Am heutigen Samstag geht es zum Saisonauftakt zur SG Kirchhof nach Hessen: Ein echter Prüfstein für das Team um Trainer Ralf Wiggenhauser, in dessen 14-jähriger Amtszeit die Handballerinnen einen ungeahnten Höhenflug hingelegt haben.

Der erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte, die mit der Meisterschaft in der 3. Liga endete, folgte die längste Vorbereitung. Nicht ohne guten Grund scharte Wiggenhauser seine Spatzen bereits Mitte Mai wieder um sich, denn die bevorstehenden Herausforderungen sind riesig. Lässt man einmal die finanziellen
Voraussetzungen außen vor – in dieser Hinsicht sind die Red Sparrows vermutlich der größte Außenseiter der Zweitliga-Geschichte –,weht auch sportlich im Unterhaus noch einmal ein ganz anderer Wind. Vor allem
körperlich und hinsichtlich des Spieltempos werden die Anforderungen deutlich steigen, weshalb in der Vorbereitung enorm viel im physischen Bereich gearbeitet wurde. Umfang und Intensität des Trainings wurden im Vergleich zur Vorsaison nach oben gefahren; neben den vier bis fünf Halleneinheiten pro Woche traf man die Mädels auch regelmäßig in den Räumlichkeiten von Aktiv Reha beim Krafttraining an.
Mit einem Durchschnittsalter von gut 23 Jahren – einem der jüngsten Kader der Liga – und ohne jegliche Bundesliga-Erfahrung – weder Spielerinnen noch Trainer waren jemals so hochklassig unterwegs –, wollen sich die Red Sparrows unter den besten 30 Mannschaften Deutschlands behaupten. Um die Klasse zu halten, muss
man drei Mannschaften hinter sich lassen. Ein schwieriges Unterfangen, aber nicht unmöglich, wie man bei den Freiburgerinnen unisono zu hören bekommt. Der Respekt und die Anspannung sind groß, aber die Vorfreude und Lust auf die neue Liga sind noch größer: Alle sind heiß, dass es endlich losgeht.
Mit der SG Kirchhof wartet gleich zu Beginn ein echtes «Brett». Die Truppe aus dem hessischen Melsungen gehörte in den vergangenen zwei Spielzeiten zu den Top-Mannschaften der Liga und sieht nach eigener Aussage noch weiteres Potential nach oben. Die Red Sparrows nehmen dementsprechend die Außenseiterrolle an, sehen aber auch beine Chance. «Wir haben uns gut auf den Gegner eingestellt und wissen, worauf es ankommen wird. Wenn unsere Abwehr steht und alles passt, können wir vielleicht etwas Zählbares mitnehmen», hofft Neu-Kapitänin Carolin Spinner. Und Trainer Ralf Wiggenhauser ergänzt: «Wenn bei Auswärtsspielen die Tür aufgeht,
wollen wir natürlich auch durchgehen. Grundsätzlich ist es aber schon so, dass wir unsere Punkte zuhause holen müssen. Von daher erwarte ich einfach, dass wir in jedem Spiel alles raushauen und dann sehen wir, wofür das reicht».
Für den langjährigen Übungsleiter ist das Ziel ganz klar der Klassenerhalt. Aber die Resultate sind nicht alles, was für ihn zählt: «Ich hoffe natürlich und gehe auch fest davon aus, dass jeder – sowohl die Spielerinnen als auch alle im Trainerteam – in diesem Jahr viel dazulernen und sich weiterentwickeln, denn in der 2. Liga
wird jeder nochmal vor ganz andere Aufgaben gestellt».
Wie weit die Red Sparrows sind, wird sich am heutigen Samstag ab 18:00 Uhr zeigen, wenn für die Freiburger Handballerinnen die Premierensaison in der 2. Bundesliga startet. Auf der gut fünfstündigen Busfahrt wird das Kribbeln vermutlich noch ein wenig zunehmen...

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