Festivals Sicherheit

Feiern mit erhöhter Sicherheit

Wie gehen die Festivals in der Region 

mit der Terrorgefahr um?

Der Festival-Sommer hat begonnen: Gestern abend eröffnete Patricia Kaas das Zelt-Musik-Festival. Bei schönem Wetter werden wieder bis zu 120.000 Besucher erwartet! Um das zu leben, was das ZMF — neben den Konzerten nationaler und internationaler Stars — ausmacht: Laue Sommerabende in den Hügeln beim Mundenhof genießen.

Kann dieses unbeschwerte Feiern auch in Zeiten steigender Terrorgefahr erhalten bleiben? Und wie gehen die Festivalmacher in der Region mit dem Thema Sicherheit um?
Ja, der offene Charakter des ZMF solle erhalten bleiben, betonen die Veranstalter. Aber die Sicherheitsvorkehrungen werden erhöht. In das eingezäunte Gelände gelangt man nur über den Eingang vom Parkplatz aus. Einlass-Kontrollen durch Schleusen, wie dies bei anderen Festivals gehandhabt wird, werde es weiterhin nicht geben, wohl aber müssten die Besucher mit verstärkten Kontrollen auf dem Gelände rechnen. Zudem komme man nicht mehr mit großen Taschen oder Rucksäcken ins Konzert. Maßstab ist hier höchstens DIN A4.
Dies gilt auch als maximale Größe für Rucksäcke und Taschen für das Lörracher STIMMEN-Festival. Man werde das Sicherheitskonzept aufgrund verschiedener Empfehlungen der Sicherheitspartner verändern, gaben die Organisatoren bekannt.
„Wir empfehlen, Taschen und Rucksäcke zu Hause zu lassen“, rät Rolf Rubsamen, Geschäftsführer der Kur- und Bäder GmbH Bad Krozingen. Das gelte sowohl fürs Lichterfest, das am 15. Juli den traditionellen Open Air Auftakt in Bad Krozingen bildet, als auch bei den Konzerten des Open Air im Kurpark. „Alle Rucksäcke werden kontrolliert. Wir haben eine kleine Eingangsschleuse bei den Konzerten und die Eingänge — auch beim Lichterfest — mit Sicherheitsfachkräften verstärkt.“ Mit langen Schlangen oder Verzögerungen rechnet Rubsamen dennoch nicht - und zwar wegen der „Woodstock-Atmosphäre“ im Kurpark. Denn: Erfahrungsgemäß trudeln die Konzertbesucher hier nach und nach ein, oft schon zwei Stunden vor Konzertbeginn, und essen oder trinken dann noch etwas auf dem Gelände.
„Das Sicherheitskonzept bei I EM MUSIC! in Emmendingen ist schon seit vielen Jahren auf einem sehr hohen Level“, betont Sprecherin Christina Herrmann vom Veranstalter Karo-Events. Es werde Jahr für Jahr neu bewertet. „Wir achten in diesen Zeiten natürlich ganz besonders auf die Sicherheit unserer Besucher, auf Betonpoller und andere massive Absperrungen werden wir aber verzichten. Jedoch werden die üblichen Kontrollen sicherlich strenger ausfallen — unser Sicherheitspersonal ist angewiesen, noch genauer hinzuschauen.“
Bei der „Foire aux Vins“ in Colmar wurde das Sicherheitskonzept bereits letztes Jahr verstärkt. Und: „Die Sicherheitsvorkehrungen bleiben in 2017 genauso hoch wie letztes Jahr“, betont Sprecherin Virginie Colineau. Wegen der Terroranschläge wurde das Festival im letzten Jahr — zusätzlich zu den Sicherheitskräften — erstmals von Militär bewacht. Dieses patroullierte auch außerhalb des Festivalgeländes, da auch die Straßen und Parkplätze ringsum in die Sicherheitszone mit einbezogen werden. Auch verstärkte Zugangskontrollen mit Schleusen und Metalldetektoren sollen für die Sicherheit der Besucher sorgen.
Alle Risiken könne man bei solchen Veranstaltungen nicht ausschließen, da sind sich Messechef, Organisatoren und der Colmarer Bürgermeister einig. Aber man werde das Maximum tun, um mögliche Gefahren zu verhindern. Das eint wohl alle Festivalmacher in der Region. Dies — und die Hoffnung auf eine friedliche Festival-Saison. Katrin Hauf

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