Freiburg 2019 in Zahlen

Kirchenaustritte auf Rekordhoch, weniger Geburten, mehr Sterbefälle

Wie auch in den vergangenen Jahren veröffentlichte das Standesamt seine Jahresbilanz für das Jahr 2019. Diese umfasst neben Geburts- und Sterberaten auch die beliebtesten Namen sowie die Zahl der Eheschließungen. Obwohl sich die Zahl der Geburten weiterhin auf sehr hohem Niveau bewegt, gab es 2019 keinen Rekord. Im Gegensatz dazu waren die letzten sechs Jahre in Folge die Zahlen stetig nach oben geklettert. 5.495 Babys wurden 2019 in Freiburg beurkundet. Wie in den Vorjahren waren es etwas mehr Jungen (2.857) als Mädchen (2.637). 1.950 Kinder davon kamen 2019 in insgesamt 1.856 Geburten im Universitätsklinikum Freiburg zur Welt — ein neuer Rekord. Etwas mehr als die Hälfte der Eltern kam aus dem Umland. 120 Zwillingsgeburten gab es. Außerdem hat das Standesamt eine Drillings- und eine Vierlingsgeburt verzeichnet. Der 24. April 2019 war der Tag, an dem in Freiburg die meisten Kinder zur Welt kamen. Der 7. April war der geburtenschwächste Tag. Die jüngste Mutter, die das Standesamt 2019 beurkundet hat, war 16 Jahre alt, die älteste 49. Die Väter bewegten sich altersmäßig auf einer Bandbreite zwischen 17 und knapp 73 Jahren. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 31 Jahren. Ähnlich wie in den Vorjahren war knapp ein Drittel der Eltern (31,5 Prozent) nicht verheiratet. 93 Babys wurden im Jahr 2019 zuhause geboren, im Jahr zuvor waren es fünf mehr. 31 Kinder kamen tot zur Welt, vier mehr als im Vorjahr. Der beliebteste Mädchenname ist Emilia: 49 Mädchen mit diesem Namen kamen 2019 zur Welt. Emma und Hannah oder Hanna erreichen Platz zwei, Ella liegt auf Platz drei. Den Namen Jakob oder Jacob tragen seit 2019 50 Jungen, Paul und Jonas folgen auf Platz zwei und drei. Im Gegensatz zu den Geburten kann die Leiterin des Standesamtes, Dominique Kratzer, bei den Kirchenaustritten einen Rekord vermelden: Sie waren 2019 sogar noch deutlich höher als im Vorjahr, wo bereits ein Rekordwert vorlag. 2.034 Menschen haben auf dem Freiburger Standesamt den Austritt aus der Kirche erklärt, 392 mehr als beim Höchststand im Vorjahr. Aus der katholischen Kirche sind 1.158 Personen ausgetreten, aus der evangelischen 872 und aus anderen Glaubensgemeinschaften weitere vier. 1.138 Ehen hat das Standesamt 2019 geschlossen, 15 mehr als im Jahr zuvor. Trotz der hohen Zahl wurde auch hier kein Rekord geknackt. Bei den Hochzeiten fiel auf, dass deutlich mehr Personen zum ersten Mal, also ohne Vorehe, den Bund fürs Leben schlossen. 905 Paare hatten 2019 ihre Hochzeitspremiere, im Jahr zuvor waren es 797. Im Gegensatz zu den Vorjahren gab es 2019 außerdem kein Paar, das nach einer Scheidung wieder die gleiche Ehe einging. Unter den Eheleuten waren 28 weibliche Paare und 25 männliche. 19 dieser Paare ließen eine bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umwandeln. Diese Möglichkeit besteht seit 2017. Auch am Wochenende waren die Standesbeamtinnen im Einsatz: Fast ein Drittel der Ehen wurde an einem Samstag geschlossen. Die beiden beliebtesten Heiratsmonate waren, wie im Vorjahr, der August (149 Trauungen) und der Dezember (139 Trauungen). Am wenigsten beliebt, wie schon seit Jahren: Der Januar. 33 Eheschließungen hatte das Standesamt in diesem Monat des Vorjahres zu verzeichnen. Ähnlich wie in den Jahren zuvor hatten 21 Prozent der frisch Vermählten bereits gemeinsame Kinder. Nur 272 Paare wollten jedoch im Jahr 2019 im Anschluss auch kirchlich heiraten. Rund 80 Prozent der Brautleute wohnten in Freiburg, gut 20 Prozent kamen von auswärts zur Trauung. 290 Freiburger Paare haben sich für den umgekehrten Weg entschieden und heirateten außerhalb von Freiburg. Weitere 63 beantragten eine Bescheinigung für die Eheschließung im Ausland. Drei Vermählungen fanden in einer Klinik statt, ebenfalls drei im Gefängnis. Aus 63 verschiedenen Staaten stammten die Brautleute im Jahr 2019. Bei 212 Trauungen kam einer der beiden Partner aus dem Ausland. In 66 Fällen hatten beide eine ausländische Staatsangehörigkeit. Die Zahlen sind damit etwas höher als in den Vorjahren. Am häufigsten heirateten (nach Deutschen) Angehörige der italienischen Staatsbürgerschaft im Freiburger Standesamt (31 Personen). 18 Franzosen gingen den Bund der Ehe in Freiburg ein, 13 Türken. 16 frisch Vermählte waren über 70 Jahre alt, einer über 80. Der größte Altersunterschied zwischen den Partnern lag bei 35 Jahren. 743 Paare haben sich 2019 für einen gemeinsamen Nachnamen entschieden — und damit genau so viele wie 2018. 634 wählten den des Mannes, ein steigender Anteil aber auch den der Frau. 3.111 Sterbefälle gab es 2019 in Freiburg. Damit bewegt sich die Zahl der Verstorbenen weiterhin auf einem hohen Niveau, aber erreicht keinen neuen Höchststand. Etwas mehr als die Hälfte hatte auch in Freiburg gewohnt. In 231 Fällen war die Todesursache unklar und die Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen auf. 48 Personen waren unter 18 Jahre alt, 17 Verstorbene waren hingegen über hundert Jahre alt.

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