RKG Freiburg

Freiburger Ringer wieder erstklassig

Neuzugänge Kevin Henkel und Julian Steinbach

Für mächtig viel Diskussion und Machtgerangel sorgte die Gründung der deutschen Ringerliga (DRL) durch die finanzstärksten Klubs im deutschen Ringkampfsport. Diese wollten den Mannschaftskampf attraktiver gestalten und medienstark vermarkten. Dagegen wehrte sich das offizielle Organ, der deutsche Ringerbund (DRB). Mit Sperren von Athleten, Meldefristen und Sanktionen wollte dieser das Vorhaben stoppen. Die deutsche Ringerliga jedoch steht und startet im Herbst mit dem amtierenden deutschen Mannschaftsmeister KSV Wiesental, dem Vizemeister KSV Ispringen, dem Halbfinalteilnehmer ASV Nendingen und dem Traditionsverein VfK Schifferstadt sowie dem ostdeutschen Vertreter KAV Mansfelder Land (Eisleben) ihren Betrieb.

Allerdings hat der DRB mit Unterstützung des Weltverbandes United World Wrestling (UWW) erwirkt, dass alle Athleten welche in der DRL kämpfen für nationale und internationale Wettkämpfe gesperrt werden.

Für die Verantwortlichen der RKG Freiburg 2000, Vorstand Norman Lübke und sportlichem Leiter Luigi Tascillo, war die DRL kein Thema. Zum einen ist die Unterstützung der Stadt Freiburg unmittelbar an den Status „Bundesliga“ gekoppelt, zum anderen verfolgt man konsequent die Förderung des eigenen Nachwuchses sowie die junger Athleten aus der Region. So baut man auf die Eigengewächse Lars Schäfle und Maximilian Remensperger. Beide Medaillengewinner bei den deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften waren bereits Stammringer in der Saison 2016/2017. Hinzu kommt der 20-jährige Ivan Drobny, Dritter der deutschen Juniorenmeisterschaften 2017. Er soll zusammen mit Routinier Reinhold Kratz die Klasse bis 75kg im gr.-röm. Stil besetzen.

Die Mannschaft des Vorjahres konnte die RKG halten. Mit ihr belegte sie den dritten Platz in der zweiten Liga Süd. Der Abgang des inzwischen 36-jährigen Pavel Burla nach Vörstetten konnte man kompensieren. Ebenso wollen die Schwergewichtler Igor Maier und Viktor Reh kürzer treten und sich auf ihre Trainer-Aufgaben konzentrieren. Auch der amtierende deutsche Meister Manuel Wolfer hat ein weiteres Jahr unterschrieben. Das 25-jährige Freistilass ist dreifacher deutscher Meister in der Klasse bis 61kg. Nach seinem einjährigen Auslandsstudium in den USA kehrt Stefan Käppeler zur Mannschaft zurück. Er erfreute die Zuschauer besonders mit seinem Kampfgeist. Sein Fehlen spürte die RKG im vergangenen Jahr. Der 24-jährige erkämpfte sich bei den deutschen Meisterschaften 2014 und 2016 die Bronzemedaille in der Klasse bis 70kg.

Insgesamt verpflichtete die RKG sieben Neuzugänge. Zwei von ihnen sind Julian Steinbach und Kevin Henkel. Der Name Steinbach sollte Insidern nicht unbekannt sein. In den 90-er Jahren war Julians Vater Andreas mehrfacher deutscher Meister, Vizeeuropameister und Olympiateilnehmer. Steinbach selbst ist mehrfacher Landesmeister und Teilnehmer bei deutschen Meisterschaften. Der 28-jährige wird die 80kg und 86kg Klasse im gr.-röm. Stil besetzen. Zuletzt streifte er für den SV Eschbach der seine Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurückgezogen hat, das Trikot über.

Kevin Henkel der bei Einzelmeisterschaften für den TSV Dewangen an den Start geht war zuletzt beim Vizemeister KSV Ispringen in Diensten, davor beim TuS Adelhausen. Der 24-jährige Freistilringer gewann 2015 überraschend die deutsche Meisterschaft in der 65kg Klasse gegen den Rümminger Alexander Semisorov. Den Titel verteidigte er 2016 in Freiburg erfolgreich. Aufgerückt in die 70kg Klasse reichte es in diesem Jahr mit unglücklich knappen Niederlagen für Platz fünf.

Der Freiburger Zuschauer darf sich auf eine junge und kämpferisch aufgelegte Mannschaft freuen. Austragungsstätten werden die St.-Georgener Festhalle und die Sporthalle der Vigeliusschule in Haslach sein. Natürlich werden auch weitere namhafte Ringer ihr Stelldichein am 9. September in der St.-Georgener Festhalle geben.

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