Für Frosch oder Mensch?

Grundwasser: Wie das Versorgungsunternehmen BN Netze mit der Trockenheit umgeht

„Irgendwann werden wir uns entscheiden müssen: Wasser für den Frosch, oder für den Menschen?“
sagt Klaus Rhode, bei der Badenova Tochter BN-Netze Leiter der Bereiche Wasser und Abwasser. Wasser sei genug da, beruhigt Rhode, doch das Unternehmen merkt an vielen kleinen Dingen den Klimawandel und die zunehmende Trockenheit. Freiburg wird von zwei Wasserwerken versorgt: Hausen und Ebnet. „Im Bereich des Wasserwerkes Ebnet findet derzeit keine Grundwasserbildung mehr statt“, sagt Klaus Rhode. Statt um die 1.800 Kubikmeter Wasser in der Stunde werden derzeit nur noch 400 gefördert. Den Mehrbedarf deckt das Werk Hausen. Dort hat BN-Netze jetzt eine kleinere Pumpe installiert, die das Grundwasser mehr schont. Außerdem wurde eine UV-Anlage angeschafft, für 600.000 Euro. „Durch die steigenden Temperaturen besteht die Gefahr, dass sich Bakterien im Wasser bilden“, sagt Klaus Rhode.
Durch die UV-Anlage kann sichergestellt werden, dass das Wasser einwandfrei ins Netz gelangt. Weiterer Vorteil: Werden bei den zahlreichen Kontrollen (2.500 im Jahr) doch einmal Beeinträchtigungen gefunden, lässt sich der Ursachenort etwas leichter finden.
Für Schwankungen ist das Netz ausgelegt, an zwei Stellen im Stadtgebiet kann das Wasser der beiden Werke in den jeweils anderen „Wasserbereich“ gelangen. Merken können Verbraucher dies nur an der Wasserhärte, die im Westen höher ist als im Osten. Sofern genügend Wasser vorrätig ist, spült BN-Netze ab einer Wassertemperatur von mehr als 25 Grad gelegentlich auch das Rohrleitungsnetz durch, um so die Temperatur zu senken. 2018 war in Deutschland das wärmste und niederschlagsärmste Jahr seit Beginn Wetteraufzeichnungen. Der Pegel der Dreisam lag in allen zwölf Monaten deutlich unter den Normalwerten. Aktuell liegt der Wasserstand bei gerade noch 20 Zentimetern. Vor zehn Jahren waren es Ende Juli 33 Zentimeter, im Dürrejahr 2018 nur 16 Zentimeter. In Ebnet hat man sich schon an den meist ausgetrockneten Eschbach gewöhnt. Nur noch nach sehr starken Niederschlägen führt der Bach Wasser. In einigen Gebieten des Hochschwarzwaldes, etwa St. Peter, führen ausgetrocknete Quellen zu Versorgungsengpässen, unter denen vor allem die leiden, die nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sind. Während in einigen Gegenden Deutschlands schon Verbote für Rasen sprengen und Auto waschen gelten, ist das in Freiburg bislang nicht der Fall. „Das Wasserwerk Hausen liegt im Einzugsbereich der Möhlin und des Rheins, wo viel Wasser versickert. Dadurch haben wir sehr viel Grundwasser,“ so Rhode.
Das ist auch nötig, steigt doch der Wasserverbrauch in Freiburg jährlich um zwei Prozent, vor allem durch Neubürger. Auch andere Gemeinden greifen zunehmend auf das Hausener-Wasser zurück, weil ihre Quellen weniger liefern. „In Hausen fördern wir Grundwasser etwa aus einer Tiefe von zwölf Metern, unsere Brunnen sind aber 117 Meter tief, das Grundwasser gar 300 Meter.“Wasser sparen braucht man in Freiburg nicht unbedingt, die Leute sollten lieber ihren CO2-Ausstoss reduzieren, so Rhode. Sollte es doch mal zur Dürre kommen, sichern in Freiburg rund 50 Trinkwasser-Notbrunnen die Versorgung.

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