Glücksfall

Glücksfall

Die Freiburger Lokalpolitik ist weit gehend auf Konsens angelegt

Und doch sind die einheitlichen Lobeshymnen, mit denen der Erste Bürgermeister Otto Neideck nach seiner Ankündigung, aufzuhören, überschüttet wurde, selbst hier selten. Kein Wunder: Der leutselige Rheinländer Neideck hat in den letzten 25 Jahren das Amt des Finanzbürgermeisters in einmaliger Weise ausgeübt. Kompetent in der Sache, nie um einen lockeren Spruch verlegen, aber doch so, dass er außerhalb der Sachentscheidung niemandem persönlich wehtat. Nicht zuletzt an der Reaktion von OB Dieter Salomon auf die Ankündigung von Neidecks Ausscheiden zeigte sich, wie gut der Grüne und der Schwarze zusammenarbeiten — und wie wenig die beiden politisch wie persönlich trennt. In die viele Jahre wie einzementiert wirkende Freiburger Bürgermeister-Riege kommt nun Bewegung — neben einem neuen Finanzbürgermeister wird bald auch der Sozialbürgermeister und nicht zuletzt im Frühjahr 2018 auch der OB selbst neu gewählt. Was den Finanzbürgermeister betrifft, so stehen bereits Kandidaten in den parteiinternen Startlöchern, darunter auch ehemalige Funktionsträger. Einen solchen Beliebtheitsgrad wie Neideck dürfte indes keiner haben. Das liegt auch daran, dass der 63-Jährige trotz nie verleugneter CDU-Mitgliedschaft stets als überparteilich wahrgenommen wurde.

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