Hitze über Freiburg

Hitze über Freiburg

Der Sommer ist da: Auswirkungen und Tipps bei den aktuellen Temperaturen

Der Hochsommer ist pünktlich zum Sommeranfang da — und wie! Viele Freiburger suchen bei Temperaturen über 30 Grad Abkühlung im erfrischenden Nass der Dreisam oder den Freibädern. 

Doch die heißen Temperaturen bringen nicht nur Freude. Viele leiden unter der Hitze. „Der oberste Grundsatz lautet: viel trinken!“, rät Dr. Hans-Jörg Busch, Ärztlicher Leiter des Universitäts-Notfallzentrums Freiburg. Bei großer Hitze sollten es mindestens 3 bis 4 Liter sein— vorzugsweise Wasser, Fruchtsaftschorle oder lauwarmer ungesüßter Tee, denn „lauwarme Getränke belasten nicht so die körpereigene Temperaturregulierung“. Alkohol hingegen belaste den Kreislauf zusätzlich. Zudem gilt beim Aufenthalt in der Sonne: Gut eincremen oder schützende leichte Kleidung tragen.
So schwer es manchem fällt, aber von Sport ist bei Temperaturen um die 40 Grad Celsius abzuraten. „Immer wieder kollabieren Sportler bei zu hohen Temperaturen, da die Temperaturregulierung durch Schwitzen nicht mehr effektiv ist und zu wenig getrunken wird“, erklärt Dr. Busch.
Mit den Temperaturen steigt auch der Ozon-Wert — das Umweltschutzamt hat am Dienstag eine offizielle Ozon-Warnung für Freiburg herausgegeben. Bei hoher Ozonbelastung können körperliche Beschwerden von Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und Asthmaanfällen bis hin zur Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit reichen. Infos zu aktuellen Werten gibt es beim „Ozon-Telefon" der Stadt (0761/77555).
Auch auf Freiburgs größtes Bauprojekt hat die Hitzewelle Auswirkungen: Die für letzte Nacht geplante Betonage der neuen Kronenbrücke musste wegen der hohen Temperaturen verschoben werden; neuer Termin ist die Nacht vom 27. auf den 28. Juni.
Wer bei diesen Temperaturen auf Freiburgs Baustellen arbeitet, ist der Sonne voll ausgesetzt. Am gestrigen Mittwoch war nicht nur Sommeranfang, sondern auch der bundesweite „Tag des Sonnenschutzes“. Aus diesem Anlass appelliert die IG BAU an die 1.050 Bauarbeiter in Freiburg, das UV-Risiko nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Sonnenmilch mit hohem Lichtschutzfaktor gehört in der heißen Jahreszeit in jede Arbeitshose eines Maurers oder Dachdeckers. Aber auch Landschaftsgärtner und Fassadenreiniger sollten auf den richtigen Schutz achten“, sagt Lukas Oßwald. Für den Bezirkschef der IG BAU Südbaden ist besonders das Hautkrebs-Risiko eine „oft unterschätzte Gefahr für alle, die unter freiem Himmel arbeiten“. Aber auch die Arbeitgeber sieht der Gewerkschafter in der Pflicht. Das Arbeitsschutzgesetz verlange, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter durch geeignete Maßnahmen vor Risiken wie Hitze und Sonnenstrahlen schützen.
Sommer, Sonne, Grillen — aber auch hier gelten besondere Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen auf öffentlichen Grillplätzen. Das Forstamt bittet — wegen erhöhter Waldbrandgefahr — darum, offenes Feuer und Rauchen im Wald zu unterlassen. Außerhalb der ausgewiesenen Grillstellen dürfe auf keinen Fall Feuer entfacht werden. Auf den Grillplätzen sollte darauf geachtet werden, dass kein Fun- kenflug entsteht und das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird.
Die Aussichten: Es bleibt erstmal heiß. Die Weltwetterorganisation (WMO) warnt vor einer anhaltenden Hitzewelle. Freiburg schwitzt — aber es geht noch heißer. In Spanien seien laut WMO im Juni viele Temperaturrekorde gebrochen worden, darunter in Freiburgs Partnerstadt Granada mit 41,5 Grad. Doch kein Vergleich zu Pakistan: 54 Grad meldete die Stadt Turbat...


Katrin Hauf

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