KAMMERMUSIK-MATINEE

Mozart und Mendelssohn – eine musikalische Wahlverwandtschaft

Sonntag, den 13. Januar 2019 um 11.00 Uhr im SWR Studio Freiburg, Foyer

Es war Robert Schumann, derMendelssohn schließlich zum „Mozart des 19. Jahrhunderts“ ausrufen sollte.
 Dabei pfiffen die Spatzen das längst von den Dächern. Denn frühreife musikalische Wunderkinder waren sie alle beide, spielten Klavier und Violine wie der Teufel und die Musik, die sie im zarten Knabenalter zu Papier brachten, erregte die Bewunderung gestandener Komponisten. Und zwischen diesen Wunderkindern: Goethe, der unangefochtene Fürst unter den Dichtern und Denkern,
dessen Wort schwer wog im Kunst- und Kulturleben seiner Zeit. Als Zwölfjähriger hatte er selbst in Frankfurt das Klavierwunder aus Salzburg spielen gehört; Wolferl war damals sieben. Als Goethe 60 Jahre später dem Meisterschüler seines
Freundes Zelter ein Noten-Manuskript von Mozart vorlegt, ist er so begeistert davon, wie der dreizehnjährigen Felix, das Stück vom Blatt spielt, dass er sich stundenlang vorspielen lässt. Und Felix? Der freut sich, weil er jeden Tag vom „Autor des Faust und des Werther einen Kuss“ bekommt. Einen Musen-Kuss. Denn für sein Oktett, das er bald darauf komponiert, hat sich der junge Komponist
von vier Zeilen aus Goethes Walpurgisnacht inspirieren lassen. Diesem Jugendwerk vom „Mozart des 19. Jahrhunderts“ stellen die Musikerinnen und Musiker um Petra Müllejans und Gottfried von der Goltz ein Streichquintett an die Seite, das mit seinem schwermütigen und melancholischen Moll-Charakter einen eher fatalistischen Ton anschlägt und von jeher als „Bekenntnismusik“
seines Autors gewertet wurde. Persönlicher Ausdruck also für Geldnot, Vereinsamung und zunehmenden Misserfolg? Und das nonchalante Rondo in G-Dur am Ende nichts als blanke Ironie? Spannende Deutungsspielräume also für die Interpreten der Kammermusik-Matinée.



Wolfgang Amadeus Mozart  Streichquintett g-Moll KV 516

Felix Mendelssohn Bartholdy Oktett Es-Dur op. 20

Violine:
Mechthild Karkow, Hannah
Visser, Gottfried von der Goltz, Judith von der Goltz

Viola:
Raquel
Massadas, Petra Müllejans

Cello:
Johannes
Berger, Marie Deller

Eintritt ist frei – Anmeldung erbeten über SWR.de/suedbaden oder studio.freiburg@swr.de

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