Kinder Kita

Kampf um die Plätze.

Freiburg kommt mit dem Ausbau der Kita-Versorgung kaum hinterher.

Die Nachfrage ist ungebrochen hoch: Kita-Plätze für Kinder bis zum Schulalter sind in Freiburg ein rares Gut und werden von vielen Eltern gesucht. Der generelle Bevölkerungszuwachs in der Stadt, die hohe Anzahl an Geburten wie auch der Zuzug von Asylbewerbern lässt den Bedarf über das bisher geplante Maß hinaus anwachsen. 

Das für die Kita-Versorgung zuständige Amt für Kinder, Jugend und Familie (AKI) aktualisiert laufend die Bedarfsplanung, das heißt: Sie erhöht sie. Dabei ist das Ziel, eine wohnortnahe Versorgung zu erreichen. Bürgermeisterin Gerda Stuchlik stellte nun zusammen mit dem AKI die aktuellen Planungen vor.
Die letzte Prognose stammte von 2014 - und war angesichts der Entwicklung deutlich zu niedrig bemessen. Aufgrund der heute aktuellen Zahlen ergibt sich für Kinder bis drei Jahren ein Mehrbedarf in Höhe von 210 Plätzen im Vergleich zur Prognose von 2014. Für Kinder von drei bis sechs Jahren müssen 163 Plätze mehr im Vergleich zur Prognose von vor drei Jahren geschaffen werden.
Die momentane Versorgung für Kinder bis drei Jahren weist zum Stichtag 1. März 2017 insgesamt 3.051 Plätze, davon 363 in der Kindertagespflege, aus. Das entspricht einer Versorgungsquote von 43 Prozent. „Als Ziel haben wir eine Quote von 50 Prozent“, erklärte Stuchlik. Daraus ergibt sich bis 2019 ein Bedarf von 3.476 Plätzen insgesamt. Dafür müssen rund 40 Gruppen oder 395 Plätze neu eingerichtet werden.
„Die Planung“, so der kommissarische Amtsleiter des AKI, Beatus Kamenzin, „sieht vor, dass wir zehn Gruppen noch in diesem Jahr neu schaffen.“ Erreichen will man das unter anderem mit Erweiterungen in der Kinderkrippe Glückskinder in Haslach, des katholischen Kindergartens St. Martin in der Altstadt und des Mütter- und Familienzentrums Klara im Stühlinger. Neu in Betrieb gehen sollen die Kita Stadtstrolche und die Kita Farbenfroh auf dem Güterbahnhof, die Kita an der Habsburgerstraße sowie die Kita Schnaitweg in Littenweiler.
Im nächsten Jahr sollen zwölf Gruppen mit 120 Plätzen unter anderem in der Kita Bunte Burg in Landwasser, den Kitas Gutleutmatten, der Kita Carl-Sieder-Weg in Mooswald und der Kita Binzengrün 34 entstehen. „Damit haben wir aber bis Ende 2018 immer noch ein Defizit von rund 173 Plätzen“, erklärt Kamenzin. Und fügt an: „„Sofern uns die tatsächliche Entwicklung der Kinderzahlen nicht nochmal überholt...“
Für Kinder von drei bis sechs Jahren standen zum Stichtag 1. März insgesamt 7.325 Plätze zur Verfügung. Das entspricht einer Versorgungsquote von 97 Prozent. Angestrebt sind aber 100 Prozent. Somit braucht es insgesamt 7.981 Plätze bis Ende 2019. Das ist ein Ausbaubedarf von rund 34 Gruppen oder 684 Plätzen, davon 64 als Ersatz für Kleingruppen und Schulanfängergruppen für „geflüchtete Kinder“. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, ist geplant, in diesem Jahr 13 Gruppen mit 260 Plätzen neu einzurichten. Sie entstehen unter anderem durch die Erweiterung der RP-Kita Löwenzahn in der Bissierstraße sowie die Neueröffnungen der Kita Stadtstrolche und der Kita Farbenfroh auf dem Güterbahnhofsgelände, des WIESE Kindergartens in der Unterwiehre, der Kita an der Habsburgerstraße sowie der Kita Schnaitweg in Littenweiler. Im nächsten Jahr sollen dann zehn Gruppen mit 204 Plätzen entstehen. Am Ende bleibt ein Defizit von rund 81 Plätzen, aber auch diese Zahl steht unter Vorbehalt der tatsächlichen Bevölkerungsentwicklung...
Auch beim Ausbau oder Bau der Gebäude für die zusätzlichen Plätze gibt es generelle Probleme. So liegt die Vorlaufzeit für den Bau und die Planung eines Kita-Gebäudes selbst mit vorhandenem Grundstück bei zwei bis drei Jahren. Laufend prüft die Stadtverwaltung auch vorhandene Gewerbeflächen darauf, ob hier eine Kita oder eine Tagespflege entstehen könnte.
Einen sichtbaren Engpass gibt es schon: Zum 28. Juni hatten 304 Kinder bis drei Jahren und 222 Kinder von drei bis sechs Jahren, deren Eltern zum 31. Dezember einen Platz in einer Freiburger Kita suchten, keinen. Es bleibt also viel zu tun...

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