Sternsinger

Kinderarmut bekämpfen

Die Sternsinger sind wieder unterwegs — In diesem Jahr bereits zum 60. Mal

Zum 60. Mal werden rund um den 6. Januar wieder die Sternsinger unterwegs sein. „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit — in Indien und weltweit!“ heißt das Leitwort der Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen deutschen Bistümern wieder Kinder und Jugendliche von Tür zu Tür ziehen.
In der Erzdiözese Freiburg machen sich mehr als 25.000 Kinder und Jugendliche auf den Weg: Als Drei Könige gekleidet sammeln sie singend Spenden für Kinder in den armen Ländern dieser Erde und machen deutlich: Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Welt. Allein bei der Aktion 2017 wurden in der Erzdiözese Freiburg über 4,4 Millionen Euro gesammelt. Im gesamten Aktionsgebiet kamen 46,8 Millionen Euro für Projekte in ärmeren Ländern zusammen.
Mit diesem Ergebnis erreichten die Sternsinger eine besondere Marke: Seit dem Start der Aktion sammelten sie mehr als eine Milliarde Euro — 1.040.800.000 Euro. Unterstützt wurden damit rund 71.700 Projekte.
Die Sternsinger haben ein schweres Thema im Gepäck: Kinderarbeit. Für 152 Millionen Mädchen und Jungen, so die aktuellen Zahlen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO, ist Arbeit tägliche Realität. Indien, Beispielland der Aktion, ist das Land mit den meisten arbeitenden Kindern weltweit. Die Schätzungen internationaler Organisationen schwanken zwischen zwölf und 60 Millionen Kindern, die dort arbeiten müssen — oft unter gefährlichen, gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Geschätzt ein Drittel der arbeitenden Kinder zwischen fünf und 14 Jahren weltweit besucht keine Schule. „Armut und ein fehlendes gesichertes Einkommen der Eltern sind die Hauptursachen von Kinderarbeit“, so Prälat Dr. Klaus Krämer, Präsident des Kindermissionswerks ‚Die Sternsinger’. „Neben Gesetzen gegen Kinderarbeit sind deshalb staatliche und zivilgesellschaftliche Programme nötig, die einen Weg aus der Armut ermöglichen und Familien in die Lage versetzen, auf den Lohn ihrer Kinder verzichten zu können.“ Armut und Ausbeutung bekämpfen, Schulbesuch fördern, arbeitende Kinder zu Wort kommen lassen, das eigene Konsumverhalten überprüfen — so lauten einige der Forderungen der Aktionsträger. „Auch bei Formen ausbeuterischer Kinderarbeit geht es um Produkte, die nach Deutschland exportiert werden“, so Pfarrer Dirk Bingener, Bundespräses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend. „Wenn wir weniger konsumieren und Produkte aus dem Fairen Handel bevorzugen, nehmen wir unsere Verantwortung in globalen Fragen wahr“. Auch das sei ein wichtiger Faktor bei der Bekämpfung von Kinderarbeit.
„Bei meinen Besuchen in Ländern Lateinamerikas treffe ich regelmäßig auch Kinder und Jugendliche. Vielen von ihnen geht es leider nicht so gut, wie uns hier in Europa. Sie haben kaum das Nötigste zum Leben, haben oft kein fließendes Wasser, wenig medizinische Versorgung, leben mit einer großen Familie in einer kleinen Hütte und leiden so manche Not – oft gerade auch in Folge der Klimaveränderungen“, betont der Freiburger Erzbischof Stephan Burger in seinem Grußwort. „Durch unsere Solidarität machen wir deutlich, dass wir nicht nur an uns selbst denken, sondern uns über alle Länder- und Sprachgrenzen hinweg mit ihnen verbunden wissen und bereit sind, einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung ihrer Lebensverhältnisse zu leisten.“ Burger ergänzt: „Zugleich lernen wir vielleicht auch neu zu schätzen, wie gut es ist, eine Schule besuchen zu können und so die Welt durch Lesen, Schreiben, Rechnen und miteinander Diskutieren verstehen zu lernen.“

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