GEDOK

Kunst im „Weibergefängnis“

GEDOK-Ausstellung im ehemaligen Justizgebäude des Amtsgerichts wird mit Vernissage eröffnet

Ab Dienstag, 15. August, übernimmt die GEDOK Freiburg — und damit die Kunst — die alte Vollzugsanstalt am Holzmarkt, die einst „Weibergefängnis“ war und zuletzt als Untersuchungshaft diente.

Das Gebäude (Baujahr 1850) wird seit 2004 nicht mehr genutzt und soll noch in diesem Jahr abgerissen werden. Bis dahin steht es der GEDOK Freiburg als weiteres temporäres Kunstprojekt zur Verfügung. Solch interessante Kunstprojekte realisiert die Künstlerinnenvereinigung nicht zum ersten Mal, so unter anderem bereits im „Bingel“-Haus oder im Haufe Verlagsgebäude — alles Bauwerke, die mittlerweile den Abrissbirnen zum Opfer fielen und wieder neu errichtet wurden.
Das Gefängnis am Holzmarkt besitzt vier Etagen. Zwei von ihnen mit insgesamt 15 Zellen werden von 23 Künstlerinnen der GEDOK Freiburg künstlerisch gestaltet. Mit diesem Projekt werden die historischen Räume der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch immer ist die bedrückende Enge der Zellen zu spüren. In ihnen waren vor allem Untersuchungshäftlinge und Personen untergebracht, denen die Abschiebung drohte. In der heutigen Zeit, da Abschiebung ein großes Thema ist und die Inhaftierungspraxis unter anderem in der Türkei im Fokus steht, stellt ein solches Gebäude für Kunstschaffende ohne Zweifel eine große Herausforderung dar.
Es ist auch eine Zusammenarbeit mit türkischen Künstlerinnen und eine Lesung von Ulrike Halbe-Bauer geplant.
Die Ausstellung „GEDOK-KNAST-KUNST“ wird mit einer Vernissage am 15. August um 19 Uhr eröffnet. Führungen durch die Ausstellung (jeweils dienstags und donnerstags) werden am 17., 22., 24., 29. und 31. August jeweils um 17 Uhr angeboten. Treffpunkt: Vor dem Tor am Holzmarkt (gegenüber Goethegymnasium). Der Eintritt ist frei.

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