Rembrandt Ausstellung Freiburg

Macht und Ohnmacht des Leibes

Das Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum zeigt Radierungen von Rembrandt

Lust und Leid, Macht und Ohnmacht: Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) hat sich in seinem Schaffen wie kaum ein anderer Künstler dem menschlichen Körper verschrieben. Das Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum präsentiert mit der Ausstellung „Rembrandt. Von der Macht und Ohnmacht des Leibes. 100 Radierungen“ noch bis 28. Januar weltbekannte Radierungen des großen Meisters des 17. Jahrhunderts.
Rembrandts Darstellungen zeichnen sich durch ihren Verzicht auf Idealisierung aus. Er zeigt den Menschen in all seiner Schwäche, als unvollkommenes Wesen mit einem vergänglichen Körper. Nicht das Schöne interessiert ihn, sondern das Echte, das Lebendige. Unter den 100 ausgewählten Blättern finden sich Selbstporträts, Genrebilder, biblische Szenen sowie mythologische Darstellungen und Landschaften. In seinen Selbstporträts erprobt Rembrandt immer wieder neue Rollen und studiert Gesichtsausdrücke. Mit seinen Genrebildern widmet er sich scheinbar banalen Alltagsszenen. Sein besonderes Interesse gilt dabei Menschen am unteren Rand der Gesellschaft. Er konfrontiert die Betrachter mit teils drastischen Motiven. Selbst Christus stellt er in seiner Menschlichkeit dar, anstatt ihn zu überhöhen.
Rembrandt ist ein Meister der Radierung. Bei dieser Tiefdrucktechnik wird die Zeichnung in eine weiche Abdeckschicht auf einer Metallplatte gekratzt und dann durch ein Ätzverfahren vertieft. In Kombination der Ätzradierung mit der sogenannten Kaltnadel gelingen Rembrandt Effekte. Für ihn ist die Radierung auch ein Medium des Experimentierens. Die Entstehung eines Kunstwerkes versteht er als Prozess, in dem auch Fehler möglich sind.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Augustinermuseums mit den Kunstsammlungen der Veste Coburg, aus deren Bestand die100 Druckgraphiken stammen.
Das Haus der Graphischen Sammlung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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