Platz der alten Synagoge

Menschenkreis

Gedenken am Platz der Alten Synagoge

In den ersten Wochen, seit der „Platz der Alten Synagoge“ neu eröffnet wurde, gab es bereits verschiedene Diskussionen, ob denn am Gedenkbrunnen angesichts planschender und badender Menschen ein würdiges Gedenken überhaupt möglich sei. Mit Maren Stümke und Georg Ruch rufen jetzt zwei Freiburger dazu auf, am Sonntag (10. September) von 15 bis 16 Uhr einen Menschenkreis um den Gedenkbrunnen des Platzes zu bilden. Dieser soll „ein Zeichen gegen den Missbrauch des als Ort des Gedenkens konzipierten Brunnen als Wasserspielplatz, Fußkühlung, Imbissverzehrstätte oder Hundebad“ sein, wie die beiden Initiatoren mitteilen.

Sie weisen darauf hin, dass es lediglich um den Brunnen („Wasserspiegel“) gehe, der keine zwei Prozent der Fläche des Gesamtplatzes einnehme. „Keiner fordert, dass der gesamte Platz der Alten Synagoge zur Gedenkstätte erklärt wird und niemand möchte den Menschen außerhalb dieses Brunnens irgendetwas verbieten“, so Maren Stümke und Georg Ruch.
Die Veranstaltung wird von der Israelitischen Gemeinde Freiburg unterstützt. Diese, so Stümke und Ruch, überlege nun bereits, den Brunnen „verloren“ zu geben, die nur schwer sichtbar in den Stein unter der Wasseroberfläche eingelassene Gedenktafel zurückzufordern und an der neuen Synagoge zusammen mit den abgetragenen Fundamentsteinen der alten Synagoge im Rahmen einer eigenen Gedenkstätte zu präsentieren.
Der Menschenkreis am Sonntag soll im stillen Gedenken an die alte Synagoge und die verschleppten, vertriebenen und ermordeten Juden Freiburgs stattfinden.
Maren Stümke und Georg Ruch kündigen außerdem an: „Gegebenenfalls werden wir diese Aktion auch an den folgenden Sonntagen jeweils von 15 bis 16 Uhr wiederholen — so lange, bis sich etwas bewegt.“

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