Nachbessern

Wasserbeckens auf dem Platz der Alten Synagoge

Würdevolles Erinnern — das war der
Sinn des Wasserbeckens auf dem
Platz der Alten Synagoge, das die
Umrisse der während der Reichspogromnacht
zerstörten Synagoge
zeigt. Doch jetzt muss nachgebessert
werden. Die Stadt investiert in Maßnahmen,
die im Rahmen eines Dialogverfahrens
mit beiden jüdischen
Gemeinden entwickelt wurden,
nachdem — wie die Stadt es nennt —
„verschiedenste Fehlnutzungen“ zu
beobachten waren. Wie gelingt würdevolles
Erinnern? Hätte man die bei
den Bauarbeiten gefundenen Reste

der Synagoge beispielsweise hinter
Glas an diesem Ort belassen, wäre
dies eine Möglichkeit gewesen. Hätte
man von Anfang an Infotafeln
aufgestellt, hätte wohl jeder verstanden,
was dieser Ort bedeutet —
auch diejenigen, denen es an Geschichtsbewusstsein
oder Respekt
fehlt. Das wurde versäumt. Gut, dass
jetzt reagiert wird. Besser spät als
nie — Zeit ist es auf jeden Fall.

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