Bruddler

Neues Gesicht

„Schau mal, wie schön sie die Hochhäuser in Weingarten renoviert haben“, höre ich immer wieder. Und sage dann: „Jaja, schon. Nur: Wer wohnt da jetzt? Sind das noch die Mieter aus der Anfangszeit?“

Sind sie nämlich zu einem guten Teil nicht. Er wird zwar lobend eine Durchmischung von Eigentum, Sozialem Wohnraum und normalem Mietraum erwähnt. Schön und gut. 

Doch tatsächlich sind die ehemaligen Mieter weg und es wird Kapital gewissermaßen aus dem Vermögen des Volkes (Steuergelder) als Eigentumswohnung verkauft, das seinerzeit mit staatlicher Wohnungsbauförderung hochgezogen wurde. Irgendwas stimmt da nicht. 

Es kann nicht sein, dass dieser Soziale Wohnraum 30 Jahre später auf dem Altar des Kapitalismus geopfert wird. Ich halte das für einen dieser Tricks, wo mit der Blendung der Öffentlichkeit mehr oder weniger heimlich Volksvermögen verhökert wird. Das sollte uns zu denken geben. Es stimmt zwar: Die renovierten Hochhäuser sind jetzt wesentlich attraktiver als vorher. Doch der Preis dafür ist hoch - auch im Wortsinne. 


Deshalb, liebe Freiburger: Hinterfragt öfter mal Dinge, die auf den ersten Blick schön aussehen, ob es da nicht vielleicht doch eine unschöne Nebenwirkung gibt. Wie hier: Dass Menschen, die 30 Jahre in einem Haus gewohnt haben, plötzlich die Miete nicht mehr zahlen können.
Deshalb: Augen auf und nachgefragt - hier und andernorts!

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