Endingen Mord

Noch weitere Taten?

Nach der Festnahme im Endinger Mordfall gehen die Ermittlungen weiter

Große Erleichterung nach dem Fahndungserfolg der Polizei: Der mutmaßliche Mörder der im November ermordeten Carolin G. aus Endingen ist gefasst. Unter dem dringenden Tatverdacht die 27-Jährige Joggerin getötet zu haben, wurde am Freitagnachmittag ein 40-jähriger rumänischer Staatsangehöriger, der in der Region lebte und für ein Kaiserstühler Speditionsunternehmen arbeitete, festgenommen. Am Samstag wurde er dem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Der Mann steht auch im dringenden Verdacht, am 12. Januar 2014 in Kufstein/Tirol die 20-jährige Studentin getötet zu haben.

Wie bereits berichtet, waren die Ermittler der Soko „Erle" und deren österreichische Kollegen des LKA Tirol seit Januar aufgrund übereinstimmender DNA-Spuren davon ausgegangen, dass die beiden Gewaltverbrechen zusammenhängen. Die Überlegung, dass es sich bei dem unbekannten Täter um einen Lkw-Fahrer handeln könnte, erhärtete sich. Bei dem in Kufstein benutzten Tatwerkzeug handelte es sich um ein spezielles Eisenrohr, das zu hydraulischen Hebetätigkeiten bei Lkws Verwendung findet.
Die in Frage kommenden Fahrzeuge ließen sich auch dadurch eingrenzen ließ, dass man auf österreichische Mautdaten zugreifen konnte. Dies führte letztlich dazu, dass auf Speditionsfirmen konkret zugegangen und mögliche Verbindungen von Fahrtrouten abgeklärt werden konnten. Dadurch und durch eingeloggte Handydaten kam man dem nun Festgenommenen auf die Spur.
Die Ermittlungen gehen weiter und es gibt noch einige offene Fragen. Die Sonderkommission „Erle" wurde am Dienstag auf rund 20 Beamtinnen und Beamten aufgestockt. Aktuell werden, nach Angaben der Polizei, noch rund 200 offene Hinweise aus der Zeit vor der Festnahme bearbeitet, hinzu gekommen ist eine zweistellige Zahl an weiteren aktuellen Hinweisen. Ermittlungen in Rumänien wurden von der Staatsanwaltschaft Freiburg nach Identifizierung des Tatverdächtigen im Wege der Rechtshilfe erbeten. Am Wohnsitz des Festgenommenen in Rumänien wurden bereits am vergangenen Wochenende Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt.
Die DNA des dringend Tatverdächtigen wird mit den nationalen DNA-Datenbanken der europäischen Staaten abgeglichen. Eine erneute Vernehmung des Tatverdächtigen am Dienstag hat keine neuen Erkenntnisse erbracht, wie die Polizei gestern mitteilte.

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