Damenbad Freiburg

Offen ansprechen

Auf den ersten Blick wirkt es verwirrend

Der Förderverein „Freunde des Lorettobades“ hat an das Königreich Saudi-Arabien geschrieben und darum gebeten, doch bitte Geld zum Bau eines Damenbades im Elsaß zur Verfügung zu stellen. Auf den zweiten Blick ist die Aktion durchaus originell. Mehrfach gab es in den letzten Monaten Zwischenfälle mit aus dem Elsaß in Gruppen anreisenden muslimischen Besucherinnen im „Lollo“, die sich nicht an die Baderegeln sowie an die Anweisungen des Personals hielten — sogar Polizeieinsätze waren notwendig. Und da den Saudis das Wohl in Westeuropa lebender Muslime am Herzen liegt, wie sich schon in Spenden für diverse Projekte zeigte, nahm man das von Seiten des Fördervereins zum Anlass, diesen Brief zu verfassen, dem zwar kaum ein direkter Erfolg beschieden sein wird, der aber den Finger in die Wunde legt. Denn: Die Probleme sind nicht zu leugnen, seitdem der Einsatz männlicher Bademeister im Basler „Fraueli“ dafür sorgte, dass etliche muslimische Elsässerinnen Kurs auf Freiburg nahmen. Merke: Zu einer „offenen Stadt“ gehört es auch, auftretende Probleme des interkulturellen Zusammenlebens offen anzusprechen.

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