Klartext

Sinnlos

An Demonstrationen macht den Freiburgern keiner etwas vor.

Regelmäßig nehmen kleinere oder größere Gruppen ihr gutes Recht wahr, auf tatsächliche oder vermeintliche Missstände aufmerksam zu machen. In der Nacht auf Sonntag gab es eine „Demonstration“ der linksalternativen bis -autonomen Szene, die gute Chancen hat, als die Sinnloseste seit Jahren bezeichnet zu werden. Nicht nur, weil die Motive passend zur Tageszeit im Dunkeln blieben. Mal wurde der Protest gegen das Tanzverbot genannt, andere führten der Kampf gegen Sperrstunden oder die Wohnungspolitik der Stadt an. Hätte man noch weiter gefragt, wären möglicherweise auch Donald Trump, der Klimawandel oder die AfD genannt worden. Vermutlich ging es aber primär darum, einfach mal die Sau rauszulassen und angebliche „Spießer“ (also Menschen, die sich erdreisteten, nachts schlafen zu wollen) zu provozieren. De facto zogen Hunderte lärmend, Flaschen zerschmetternd, Parolen sprühend und Anwohner bepöbelnd vom Vauban aus in Richtung Innenstadt, die Polizei leitete den Aufzug dann ins Grün um. Sollten die Initiatoren ursprünglich tatsächlich etwas Substanzielles im Sinn gehabt haben (etwa, mehr Plätze für Jugendkultur einzufordern), war es ein klassisches Eigentor. Denn so lieferte man nicht nur den Anwohnern die ideale Vorlage, ganze Gruppen als „Chaoten“ abzustempeln.

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