Suwon Partnerstadt Freiburg

„Wir haben viel gemeinsam“

Suwons Oberbürgermeister Yeom Tae-Young im Gespräch mit dem Stadtkurier. 

(sk). Das südkoreanische Suwon ist seit 2015 Partnerstadt von Freiburg. Oberbürgermeister Yeom Tae-Young ist sehr angetan von dieser Verbindung.

SK: Wie kam es zu dieser Städtepartnerschaft?
Yeom Tae-Young: Freiburg ist eine bekannt umweltfreundliche Stadt mit fortschrittlichen Energietechnologien. Suwon ist ebenso umweltfreundlich - wir haben etwa das hydrologische Kreislaufsystem, die Bereitstellung erneuerbarer Energien und ein sehr umweltfreundliches Verkehrssystem. Deshalb dachte ich, dass es gut wäre, wenn Suwon und Freiburg eine Partnerstädtevereinbarung unterzeichnen würden.
SK: Sie verbindet manches mit dem Freiburger OB Dieter Salomon...
Yeom Tae-Young: Ja, wir haben vieles gemeinsam: Wir wurden beide 1960 geboren, waren beide Umweltaktivisten und sind Vorstandsmitglieder von ICLEI (Lokale Regierungen für Nachhaltigkeit). Ich traf ihn erstmals 2012 bei der Generalversammlung in Brasilien und wir diskutierten über gemeinsame Interessen beider Städte. 2013 trafen wir uns wieder und versprachen, eine Partnerschaft aufzubauen. Wir haben die entsprechenden Zeremonien im November 2015 in Freiburg und in Suwon im März 2016 abgehalten. Ich denke, wir waren beide die Aktivsten in der Geschichte der Partnerstadt-Beziehung.
SK: Auch jetzt liegt Ihnen die Partnerschaft besonders am Herzen...
Yeom Tae-Young: Absolut. Durch die Partnerschaft entwickelten wir gemeinsam Ziele und Strategien für den umweltfreundlichen Verkehr, Stadtplan und Design, Energiewirtschaft und nachhaltige Entwicklungen. Wir trieben zudem den wirtschaftlichen Austausch durch Bildung, Wissenschaft und Kulturtourismus voran. Die Suwon City Delegation wird auch an den Freiburger Nachhaltigkeitstagen teilnehmen. Bei dieser Gelegenheit unterzeichnen wir eine Absichtserklärung für eine umweltpolitische Zusammenarbeit zwischen beider Städte. Zudem werden wir die Installation des Observatorium-Turms bis Dezember 2017 am Gwanggyo Lake Park abgeschlossen haben.
SK: Was hat es damit auf sich?
Yeom Tae-Young: Wir werden das Observatorium als ein Symbol für die Freundschaft zwischen beiden Städten nutzen. Geplant ist auch, das Ökologie Experience Center zu etablieren und es für pädagogische Zwecke zu nutzen.
SK: Auch in Sachen Kunst und Kultiur gibt es einen regen Austausch...
Yeom Tae-Young: Richtig. Ausgezeichnete Kunstwerke des Augustiner Museums in Freiburg wurden im Suwon Park Museum 2016 mit dem Thema „Schwarzwald" ausgestellt. Handwerkskünstler in Freiburg nahmen an dem Suwon Sister City Handwerk Festival teil. Am 26. Juni wird das Suwon Philharmonic Orchestra im Freiburger Konzerthaus auftreten. Ich werde versuchen, persönlich zu kommen, um die Aufführung zu sehen.
SK: Wie überbrückt man generell die Sprachhürde?
Yeom Tae-Young: Unsere Stadt eröffnet eine deutsche Sprachklasse für Offiziere aus Suwon, um Referenten für einen breiteren Austausch mit Freiburg unterstützen zu können. Darüber hinaus gibt es in Suwon eine Suwon-Germany Love Association mit 40 Mitgliedern. Seit letztem September haben sie die deutsche Sprache studiert.
SK: Sie sind also optimistisch, was die Zukunft dieser Partnerschaft betrifft?
Yeom Tae-Young: Definitiv - nicht zuletzt, weil wir beide bei Umweltthemen wie dem Klimawandel an einem Strang ziehen und so vielleicht noch immer weitere größere Städte in diese Richtung bewegen können. Wir fühlen uns Freiburg sehr verbunden.

Das Gespräch führte
Bülent Gençdemir

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