„Wir lieben Freiburg“

Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer über die engen Beziehungen der beiden Städte

Die Partnerschaft Freiburgs zu Innsbruck ist nach Besancon die zweitälteste. OB Eugen Keidel unterzeichnete sie gemeinsam mit seinem Innsbrucker Kollegen Alois Lugger 1963 - es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen den beiden Stadtoberhäuptern, aber auch zwischen den Einwohnern. 

Die Hauptstadt Tirols ist mit mehr als 130.000 Einwohnern die fünftgrößte Stadt Österreichs. Innsbruck ist eine Universitätsstadt mit mehr als 25.000 Studierenden und einem hohen Freizeitwert, der sich nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch in der bergigen Umgebung niederschlägt.
Das Wahrzeichen der Stadt ist das „Goldene Dachl“ - einer von vielen Gründen für die große Beliebtheit Innsbrucks bei Touristen.


Christine Oppitz-Plörer ist seit 2010 Bürgermeisterin von Innsbruck. Freiburg liegt ihr durchaus am Herzen, wie sich im Interview zeigte.

SK: Was ist das Besondere der Partnerschaft zwischen Freiburg und Innsbruck? 


Oppitz-Plörer: Eine Besonderheit ist auf jeden Fall die Intensität des Austauschs. Wenn es darum geht, nach Freiburg zu fahren, reißen sich alle im Gemeinderat drum. Geschichten, die aus vergangenen Besuchen erzählt werden, sind ein großer Anreiz, Freiburg persönlich anzuschauen. Viele Gemeinderäte reisen auch immer wieder privat nach Freiburg und Umgebung.


SK: Welche Gemeinsamkeiten gibt es zwischen den beiden Städten?


Oppitz-Plörer: Die Bedeutendste ist wohl die gemeinsame Universitätsgeschichte, doch wir haben auch sonst viel gemeinsam - die Wichtigkeit des Öffentlichen Verkehrs oder der Blick auf die Nachhaltigkeit. 


SK: Und wie gefällt Ihnen Freiburg?


Oppitz-Plörer: Freiburg ist für mich immer das Ziel einer sehr schönen Fahrt, wenn man dann am Bodensee entlang nach Freiburg kommt. Es ist geografisch schon ein anderes Gebiet: Bei uns stehen doch die Berge im Vordergrund, Freiburg ist eine wirklich gesegnete Weingegend, das ist ein absolutes Privileg. Eine ganz wunderbar gelegene Stadt und die Lage färbt auch auf die Menschen ab. Ich kann nur sagen, wir lieben unsere Partnerstadt und wir freuen uns wieder drauf, wenn wir sie besuchen können.


SK: Die Beziehungen zwischen den beiden Städten erstrecken sich jetzt schon über mehr als 50 Jahre...


Oppitz-Plörer: Freiburg verbindet uns als älteste Partnerstadt mit Innsbruck, der Vertrag wurde am 3. Mai 1963 unterzeichnet. Es stand von Anfang an im Vordergrund, dass sich die Bürger austauschen, nicht etwa wie bei anderen Städten eine Völkerverständigung aufgrund einer leidvollen Vergangenheit. Es ging bei Freiburg eher darum, die gemeinsame Geschichte fortzusetzen. Von 1368 bis 1805 war ja auch Freiburg Teil Vorderösterreichs - und aus dieser Zeit sind viele Verbindungen in den Familiengeschichten in der Stadt noch sehr präsent. 


SK: Wie präsent ist Freiburg in Innsbruck?


Oppitz-Plörer: Die enge Beziehung zu Freiburg beruht auf vielen persönlichen Erlebnissen. Und im Innsbrucker Stadtbild ist Freiburg sehr präsent. Wir haben eine Freiburger Brücke, wir haben den Schriftzug „Freiburg“ in der Theresienstraße in Bronze eingelassen, so dass die Menschen in Innsbruck immer wieder daran erinnert werden.


SK: Ein Vorteil ist auch, dass es keine Sprachbarriere gibt...


Oppitz-Plörer: Absolut - das ist bei anderen Innsbrucker Partnerstädten wie Sarajevo oder New Orleans anders. Ein weiterer Vorteil ist die räumliche Nähe - so gehört traditionell nach Gemeinderatswahlen der erste Besuch einer Partnerstadt unseren Freunden im Breisgau.

Das Gespräch führte
Britta Bieberbach

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