La France

Zwischen Aufklärung und Galanterie

Dank der Schenkung eines Freiburgers: Haus der Graphischen Sammlung präsentiert „La France!“

Im 18. Jahrhundert erlebte die Buchkunst in Frankreich eine besondere Blüte. Das französische Bürgertum las mit Begeisterung. Besonders die reich bebilderten Ausgaben waren sehr gefragt.
Das Haus der Graphischen Sammlung im Augustinermuseum zeigt nun, mit welcher Hingabe und Können die Illustratoren Texte in Bilder umsetzten: Bis 3. Juni läuft die Ausstellung „La France — Zwischen Aufklärung und Galanterie. Meisterwerke der Druckgraphik aus der Zeit Watteaus“.
Als Künstler sind neben Antoine Watteau und François Boucher auch weniger geläufige Meister der Illustrationskunst wie Jean-Michel Moreau le Jeune, Charles Eisen und Charles-Nicolas Cochin fils vertreten. Die Ausstellung zeigt Bilderreihen zu zeitgenössischen Romanen, wie Rousseaus „La Nouvelle Héloïse“ oder Swifts „Gullivers Reisen“. Ebenso illustrierten die Künstler des 18. Jahrhunderts auch antike Werke wie den Hirtenroman „Les Amours pastorales de Daphnis et de Chloé“ des griechischen Autors Longos.
Zu sehen sind auch aufwändige Bilderzyklen zu den moralisierenden Tierfabeln La Fontaines oder zu wissenschaftlichen Werken wie der „Histoire naturelle“ des Comte de Buffon. Zu den Besonderheiten der Schau zählen Druckgraphiken, bei denen Zeichnungen und Gemälde des großen Rokoko- Künstlers Watteau als Vorlage dienten.
Alle präsentierten Graphiken und Objekte stammen aus einer Schenkung des Freiburger Sammlers Josef Lienhart. Der langjährige Vorsitzende des Internationalen Richard-Wagner-Verbandes begann in den 1970er Jahren, Buchkunst zu sammeln. Fasziniert von der Kunst der Franzosen, der dargestellten tänzerischen Grazie sowie der vollendeten Detailtreue spezialisierte er sich bald auf französische Bücher des
18. Jahrhunderts. 2016 übergab er den Großteil seiner umfangreichen Sammlung dem Augustinermuseum. Nicht nur für das Museum, sondern auch für Josef Lienhart selbst „ein Glücksfall“, wie er betont.
Die Ausstellung ist ein deutsch-französisches Projekt: Sie wird von der französische Kunsthistorikerin Hélène lehl kuratiert. Kooperationspartner ist das Centre Culturel Français Freiburg. Der deutsch-französische Katalog zur Ausstellung ist ein Novum in der Geschichte der Städtischen Museen Freiburg.
Das Haus der Graphischen Sammlung ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

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