Klartext

  • 14/02/2019 - Katrin Hauff
    Mit entscheiden

    Ja oder Nein? Diese Frage dürfen die
    Freiburgerinnen und Freiburger beantworten,
    wenn es in zehn Tagen
    um die Frage geht: „Soll das Dietenbachgebiet
    unbebaut bleiben?“ Passend
    oder eher unpassend kommt
    jetzt der Vorstoß der Landes-CDU,
    die Bürgerentscheide über neues
    Bauland abschaffen möchte. Doch
    Dietenbach betrifft alle. Schließlich
    würde dieses nicht ganz unumstrittene
    Bauland, in dem ein neuer
    Stadtteil für rund 15.000 Menschen
    entstehen soll, Auswirkungen auf
    die gesamte Stadt haben. Trotz einer

    „Nein“-Mehrheit im Gemeinderat,
    also für eine Bebauung Dietenbachs,
    unterscheidet sich das Wie und für
    wen gebaut werden soll. Wichtige
    und notwendige Diskussionen, die in
    den letzten Monaten geführt wurden.
    Egal, wie Sie entscheiden: Nutzen
    Sie dieses Mittel der direkten
    Demokratie und gehen Sie wählen.

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  • 07/02/2019 - Nils Kickert
    Vorbildlich

    35.792 Stunden — so viel Zeit haben
    die Mitglieder der Freiwilligen
    Feuerwehr im letzten Jahr investiert.
    Freiwillig. Übungen, Einsätze,
    Sicherheitswachen, Ausbildung,
    Versammlungen: Man kann sich
    kaum vorstellen, was alles hinter
    dieser ehrenamtlichen Arbeit der in
    Freiburg etwas mehr als 500 Aktiven
    steckt. Die seit Jahren hohen
    Einsatzzahlen werden hervorgerufen
    durch Bevölkerungsanstieg,
    Rauchmelderpflicht in Wohnungen,
    starke Gewitter und Wetter-Extreme.
    Von diesem unbezahlten Ein

    Einsatz
    profitieren am Ende alle Einwohner
    der Stadt. Wenn sich da
    bundesweit Berichte von Übergriffen
    und Behinderungen häufen,
    kann man nur verständnislos den
    Kopf schütteln. Und jedem Danke
    sagen, der seinen Dienst in den
    Dienst der Gesellschaft stellt. Der
    „Tag des Notrufs“ (11. Februar) allein
    reicht nicht aus, um das Engagement
    zu würdigen.

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  • 24/01/2019 - Enya Steinbrecher
    Standard?

    Für einen Euro Pfand hat man die
    Möglichkeit, den Mehrwegbecher
    „FreiburgCup“ beim Kauf eines Coffee
    to go zu erwerben. Eine gute Option,
    die dem Müllverbrauch den
    Kampf ansagt und in dieser Art in
    weit mehr Bereichen Standard werden
    sollte. Die meisten Kaffeetrinker
    werden jedoch weiter wie gewohnt
    zum Pappbecher greifen und sich die
    Zeit sparen, jedesmal eigens auf den

    Becher hinzuweisen. Eine Optimierung
    scheint daher nötig: Coffee to
    go sollte ausschließlich im Mehrwegbecher
    ausgeschenkt werden
    dürfen. Nachteile entstehen dem
    Bürger dadurch nicht, trotzdem wäre
    auch der Müll jener Kaffeetrinker
    vermieden, die aus reiner Bequemlichkeit
    den Pappbecher wählen
    würden. Bisher ist der „FreiburgCup“
    eine gute Alternative, die jedoch
    schnellstens zur Regel werden sollte.

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  • 17/01/2019 - Enya Steinbrecher
    Verwirrung

    Dem Wohnungsmangel in Freiburg
    soll mit dem neuen Stadtteil Dietenbach
    entgegengewirkt werden. Ob
    dieser überhaupt entsteht, wird sich
    am 24. Februar beim Bürgerentscheid
    zeigen. „Soll das Dietenbachgebiet
    unbebaut bleiben?“ — eine
    denkbar ungünstige Fragestellung
    für das Begehren. Wer noch zuvor
    von Schlagworten wie „Ja!“ oder
    „Nein!“ gelockt wurde, findet auf
    Plakaten nun Formulierungen, die
    unsicher machen, für oder gegen
    was man eigentlich stimmt. Wer für
    „Ja“ ist, stimmt mit „Nein“, wer

    „Nein“ will, wählt „Ja“. Das liest sich
    nicht nur kompliziert, sondern wird
    sicher auch im Wahlkampf und an
    den Wahlurnen für Verwirrung sorgen.
    Für den nächsten Bürgerentscheid
    sollte das minimale Bestreben
    sein, die Wähler nicht mit abstrusen
    Fragestellungen zu verwirren

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  • 10/01/2019 - Nils Kickert
    Eiszeit

    Manche hatten die Hoffnung auf einen
    echten Winter schon aufgegeben,
    aber wie es scheint, könnte es
    sogar in Freiburg heute und morgen
    mal weiß werden. Auch wenn es danach
    zunächst erstmal wieder wärmer
    werden soll, deuten die Prognosen
    darauf hin, dass uns auch danach
    noch ein paar kalte Tage in
    diesem Winter bevorstehen. Was
    manche scheinbar vor lauter Klimaerwärmung
    vergessen haben: Wenn
    auf den Straßen Schnee liegt oder
    Eis, bedeutet dies, so unangenehm
    es auch ist, dass Hausbesitzer etwas

    dagegen tun müssen. Die Erfahrung
    lehrt: Jeder, der sich aufgrund von
    Alter oder Krankheit nur eingeschränkt
    bewegen kann, muss über
    jedes Sandkorn dankbar sein, das
    auf dem Boden für etwas mehr
    Standhaftigkeit sorgt. Wo Einsicht
    nicht hilft, sollte die Stadt sonst gerne
    nachhelfen...

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  • 03/01/2019 - Nils Kickert
    Gute, alte Zeit

    Ein neues Jahr hat begonnen, eine
    neue Zeit. Eine neue Zeit? An zahlreichen
    Stellen in Freiburg trotzen teils
    seit Jahren Uhren jeglicher Zeit und
    zeigen beharrlich immer die gleiche
    Uhrzeit an. Immerhin, zwei Mal am
    Tag gehen sie damit richtig. Aber vielleicht
    erleben die Freiburger ja, dass
    in diesem Jahr eine Aufbruchsstimmung
    anbricht und die Uhren im Freiburger
    Straßenbild beflügelt? Aber
    vielleicht haben die Verantwortlichen
    auch nur erkannt, dass die zahlreichen
    Touristen, die in das Schwarzwaldhauptstädtle
    kommen, gar keine
    neue Zeit wollen, sondern auf der Suche

    nach einer alten Zeit sind? Der
    Idylle, die Jahrzehnte lang vom
    Schwarzwald vermittelt wurde?
    Dann soll eben alles so bleiben, wie es
    ist. Aber dann soll es bitte auch wieder
    schneien. Dann wäre die Idylle
    perfekt und der Schnee würde alles
    bedecken, was man nicht sehen will…

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  • 21/12/2018 - Katrin Hauf
    Nur Mut

    Die Vorbereitungen fürs Stadtjubiläum
    laufen auf Hochtouren. Einige
    Eckpunkte stehen schon: Neujahrsempfang
    auf der Messe, im Frühjahr
    ein Spektakel auf dem Münsterplatz,
    ein Festivalwochenende im Sommer
    und ein Innenstadtprojekt mit Bürgerbeteiligung
    im Herbst. Schön verteilt
    aufs ganze Jahr — und möglichst das
    Budget nicht überschreiten. Denn das
    hatte schon bei den ersten Planungen
    für Ärger gesorgt. War nicht mal die
    Rede von einem Dreisam-Boulevard?
    Das wäre doch was fürs Festwochenende.
    Davon würde man sicher noch
    lange sprechen. Würde. Zu teuer, nicht

    realisierbar. Schade, dass nicht einmal
    mehr ernsthaft über diesen Vorschlag
    der Architektenkammer diskutiert
    wird. Mit „Nur Mut“ überschreiben
    diese ihre Visionen für Freiburg. Mit
    ein bisschen Mut und einer offenen
    Diskussion ließe sich bestimmt auch
    eine Lösung finden.

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  • 06/12/2018 - Enya Steinbrecher
    Abholservice

    Mit dem Taxi bis vor die Haustür —
    und das für nur einen Euro. Das
    macht der Abholservice per Telefon
    (AST) der VAG möglich, der Anfang
    Dezember für die beteiligten Stadtteile
    vereinheitlicht wurde. Im Prinzip
    ein guter Gedanke, dadurch auch die
    Teile Freiburgs erreichbar zu machen,
    bei denen flächendeckend eine Anbindung
    an den öffentlichen Nahverkehr
    nicht möglich ist. Dieses Argument
    gilt zum Beispiel für die Wiehre,
    in der das Durchkommen eines Busses
    so gut wie unmöglich wäre, ebenso
    wie für die Hänge in Herdern, die
    zu steil für einen Bus sind.
    Hauptsächlich sollte das Ziel der VAG
    jedoch sein, auf lange Sicht ihr Angebot

    so auszuweiten, dass dieser
    Abholservice auf jene Stadtteile begrenzt
    werden kann, in denen eine
    Bus- oder Straßenbahnlinie aufgrund
    von baulichen Bedingungen
    nicht möglich wäre.

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  • 30/11/2018 - Stefan Ummenhofer
    Die Neunte...

    In Ohnmacht vor Begeisterung wird
    aufgrund der neuerlichen Schließungs-
    Ankündigung für das Atomkraftwerk
    Fessenheim wohl niemand
    mehr gefallen sein — zu viele
    Ankündigungen gab es schon, genau
    genommen ist es die inzwischen
    neunte. Optimisten mögen darauf
    hinweisen, dass es jedoch das erste
    Mal ist, dass auch Präsident Emmanuel
    Macron (bisher überließ er das
    anderen) einen mehr oder weniger
    genauen Termin nennt — 2020. Von
    „erfreut-hoffnungsfroh-illusionslos“
    (BUND) bis zu „großer Erleichterung“
    (CDU Freiburg) reichen die

    Reaktionen. Tatsächlich ist es immerhin
    minimal wahrscheinlicher
    geworden, dass die Tage von Fessenheim
    gezählt sind. Bedenken sollte
    man jedoch auch: In Frankreich besitzt
    das Thema Atomkraft einen
    ungleich geringeren Wallungswert
    als jenseits der Grenze bei uns...

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  • 22/11/2018 - Nils Kickert
    Kein Gefallen

    Alle Jahre wieder... kommt die Zeit des
    Hustens und Schnupfens. Gesunde
    Menschen hätten etwa vier Mal im
    Jahr eine leichte Erkältung, sagen
    Fachleute. Kaum ist es draußen etwas
    frischer geworden, beginnt das
    Schauspiel auch in Freiburg: Kollegen,
    Freunde und Nachbarn erwischt es.
    Und was tut man als Betroffener?
    Man schleppt sich zum Arbeitsplatz,
    versucht sich aufrecht zu halten und
    zwischen Taschentüchern und Kamillentee
    irgendwie sein Arbeitspensum
    zu erfüllen. Der Versuch, dem Arbeitgeber
    einen Gefallen zu tun, nicht negativ
    aufzufallen, bewirkt meistens,

    dass noch mehr Kollegen angesteckt
    werden — erst Recht, wenn etwa in
    Großraumbüros enger zusammen gearbeitet
    wird. Der gute Wille bewirkt
    mehr Arbeit für alle. Liebe Kranke: Ihr
    fehlt uns, aber bleibt zu Hause, bis ihr
    wirklich gesund seid!

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  • 15/11/2018 - katrin Hauff
    Wohn-Offensive

    Volle Konzentration auf Freiburgs
    Dauerbrenner-Thema „Bezahlbares
    Wohnen“. Das hat Martin Horn jetzt
    „zur Chefsache“ erklärt, wie die SPD
    betont. In einer Pressekonferenz mit
    seinen Bürgermeisterkollegen verkündete
    Freiburgs OB jetzt die Pläne.
    Ein eigenes Referat bezahlbares
    Wohnen soll geschaffen, die Stadtbau
    neu ausgerichtet, dichter und
    höher gebaut und Flächen noch
    einmal geprüft werden. Die Gemeinderatssitzung
    am 27. November
    setzt außerdem den Fokus auf
    das Thema Wohnen. Selbst wenn
    Dietenbach gebaut werden sollte,

    wird Freiburg bezahlbarer Wohnraum
    fehlen. Dass der geplante
    neue Stadtteil durch den Bürgerentscheid
    scheitern könnte und es
    „keinen Plan B“ gibt, zwingt die
    Stadt jetzt wirklich zum handeln.
    Die Offensive ist ein guter Schritt in
    die richtige Richtung.

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  • 25/10/2018 - Katrin Hauff
    Bürgerbeteiligung

    12.000 gültige Unterschriften sind
    bis zur Deadline am morgigen Freitag
    notwendig — dann käme es zum
    Bürgerentscheid über Dietenbach.
    Das Votum im Gemeinderat für den
    neuen Stadtteil war eindeutig. Und
    die wenigsten dürften wohl bezweifeln,
    dass Freiburg mehr bezahlbaren
    Wohnraum braucht. Man muss nicht
    unbedingt gegen Dietenbach oder
    überhaupt neue Stadtteile sein, um
    seine Unterschrift für das Bürgerbegehren
    abzugeben. Beweggründe
    können genauso der Wunsch nach
    direkter Demokratie und mehr Bürgerbeteiligung
    bei einem so großen

    und konfliktbeladenen Projekt sein.
    Und: Sollte der Bürgerentscheid pro
    Dietenbach ausfallen, hätte man
    sich den Rückhalt in der Bevölkerung
    gesichert. Dies schließt allerdings
    weder mögliche Klagen noch weitere
    Proteste aus, wie die Planungen zum
    SC-Stadion zeigen...

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  • 18/10/2018 - Enya Steinbrecher
    Falscher Ansatz

    Fahrscheine für das Frauen-Nacht-
    Taxi sind jetzt auch direkt im Taxi erhältlich.
    Das macht seine Nutzung etwas
    spontaner möglich, sie wird dadurch
    jedoch nicht nutzerfreundlicher.
    Die Zielgruppe, vorwiegend einzelne
    Frauen, wird noch immer von
    dem vergleichsweise weiten Weg
    durch die Innenstadt abgeschreckt,
    denn die Mehrzahl der Freiburger
    Clubs befindet sich nicht am Siegesdenkmal.
    Auch fährt das Frauen-
    Nacht-Taxi nicht ins Umland, sondern
    nur im Stadtgebiet. Frauen, die ins
    Umland wollen, müssten letzten Endeswieder 

    allein auf ein Sammeltaxi
    warten. Beide potentiellen Nutzergruppen
    werden im Endeffekt wohl
    auf ein normales Taxi zurückggreifen,
    das sie direkt vor dem Club abholt.
    Das Frauen-Nacht-Taxi befasst sich
    zwar mit einem wichtigen Problem,
    geht es jedoch leider falsch an.

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  • 11/10/2018 - Stefan Ummenhofer
    Sicher?

    Vor wenigen Jahren hätte das nochzu einem großen Aufschrei geführt:
    Der
    Leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit Freiburg-Mitte wurde angegriffen,
    bereits mehrfach der Gottesdienst in der Herz-Jesu-Kirche
    gestört. Es gibt eine Strafanzeige — aber auf eine politische Reaktion auf die Zustände wartet man vergebens.
    Zu
    den massivsten Freiburger Fake-News der letzten Jahre gehörte der Satz,
    die Lage rund um den Stühlinger Kirchplatz sei befriedet
    — wer das
    behauptet, sollte mal mit den Anwohnern sprechen. Das, wasdie
    „Sicherheitspartnerschaft“ zwischenStadt und Land mit ihren personellen
    Mitteln erreichen kann, sind Tropfen auf den heißen Stein — mehr nicht.
    Derweil ist die Sicherheitsdebatte irgendwo in der
    Selbstverliebtheit des politischen Freiburg versandet.

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